Kirchen begehen am 17. Jänner „Tag des Judentums“

St. Pölten, 12.01.2014 (dsp) Seit dem Jahr 2000 feiern alle Kirchen in Österreich jeweils am Tag vor der weltweit begangenen "Gebetswoche für die Einheit der Christinnen und Christen" den "Tag des Judentums". Das Datum ist bewusst gewählt. Vor aller Verschiedenheit der Kirchen steht das allen gemeinsame Fundament: die Verwurzelung im Judentum. Dies soll an diesem Tag ins Bewusstsein gerufen werden.<--break->

Heute gehe es in den Kirchen um die Anerkennung und Wertschätzung des Judentums, so Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion (KA) der Diözese St. Pölten. Und Haiderer verweist auf die jüdischen Wurzeln des Christentums. Der KA-Vorsitzende betont: „Das Motto gibt der Apostel Paulus vor: 'Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich' (Röm 11, 18).“ Haiderer lädt am Freitag, 17. Jänner ins St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt (19-21 Uhr).

Bei dieser Veranstaltung werden der Religionswissenschaftler Markus Ladstätter, Vizerektor der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Graz, zum Thema "Vielfalt des Judentums heute" und Josef Pichler, Professor für Neutestamentliche Bibelwissenschaften, zum Thema "Vielfältige Gestalt des Judentums in neutestamentlicher Zeit" referieren.

Foto: Dr. Hans Morgenstern (Jahrgang 1937), einer der beiden letzten jüdischen Bürger St. Pölten, Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten und seine Frau Sandra in der ehemaligen St. Pöltner Synagoge. Morgenstern zeigt auf die 10 Gebote, die sowohl Juden als auch Christen heilig sind. Vor dem „Anschluss“ 1938 lebten im Raum St. Pölten 500 Menschen mit jüdischen Wurzeln, davon allein in St. Pölten 400. Etwa zwei Drittel - so Morgenstern - konnten rechtzeitig emigrieren, die anderen wurden in den Konzentrationslagern umgebracht. Auch seine Familie konnte fliehen und kehrte 1947 nach St. Pölten zurück.