Kinderärztin berichtete über dramatischen Südsudan-Einsatz bei Seitenstettner Jugendvesper

Kinderärztin berichtete über dramatischen Südsudan-Einsatz bei Seitenstettner Jugendvesper

Seitenstetten, 04.10.2014 (dsp) „Wage zu lieben, wage, für den anderen in seiner Not da zu sein, und alle Furcht weicht“, gab die engagierte Ärztin Michaela Fried den Jugendlichen bei der Jugendvesper im Benediktinerstift Seitenstetten mit auf dem Weg. Fried wirkte einige Zeit als Ärztin im jungen Staat Südsudan, der von Katastrophen aller Art heimgesucht wird: Hungernöte, Bürgerkrieg, Klima.

 

Glücklich, weil einmal nicht geschossen wird

Berührend erzählte die Seitenstettnerin: „Das Geheimnis unseres Einsatzes: Wir teilten unser Leben mit den Menschen, wir waren Leute von ihnen, wir waren nicht nur für sie, sondern sie waren auch für uns da. Wir waren füreinander da, in Freude und im Leid, und das macht glücklich und zufrieden.“ Die Ärmsten hätten viel geschenkt „viel, weit mehr, als wir Ihnen bringen konnten“.  Sie seien glücklich gewesen, „dass wir da sind, bei Ihnen. Sie schenkten ein Lächeln, Glück und Zufriedenheit. Ja, sie waren zufrieden, weil sie sicher waren, dass jetzt einmal nicht geschossen wird, weil Regenzeit ist.“

Hoffnung schenken

Wie sahen die Tage oft aus? „Wir teilten die einzige Mahlzeit am Tag, Reis, und obwohl niemand von uns satt wurde, waren wir glücklich, gemeinsam den Tag zu beschließen.“ Trotz der schlimmen Erfahrungen, versuchte das Ärzteteam Positives zu bringen: „Dort, wo die Not am größten ist, hatten wir zunächst versucht, den Menschen Hoffnung und Mut zu schenken, ihnen Freude zu bringen. Erst dann, wenn die Eltern wieder Hoffnung schöpfen und ihre Kleinkinder füttern, erst dann macht es Sinn, ihnen auch medizinische Hilfe zukommen zu lassen.“ Trotzdem war sie vielfach mit dem Tod konfrontiert.

„Für alle Begegnungen, für alles Schöne, für alles Schwere, für jede Begegnung, für jede Hilfe, die angekommen ist, für jedes strahlende Lächeln, dass mir von den Menschen, denen ich beistehen durfte, geschenkt wurde, danke ich aus ganzem Herzen“, so die Ärztin.

Pater Dominik Riegler: „Michaela Fried zeigte uns eindrucksvoll, was wirklich wichtig im Leben ist. Die nächste Jugendvesper feiern wir am Freitag, 7. November, 20 Uhr, dazu laden wir junge Christen aus allen Pfarren des Mostviertels ein.“