Katholischer Familienverband lehnt Zwölf-Stunden-Arbeitstag ab

Der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) lehnt einen Zwölf-Stunden-Arbeitstag strikt ab. Eine Flexibilisierung der Arbeitszeit stehe "im krassen Widerspruch zu einer familienfreundlichen Gesellschaft", warnte KFÖ-Präsident Alfred Trendl am Freitag vor entsprechenden Regierungsplänen.

Familien bräuchten neben ausreichend Geld und entsprechender Infrastruktur auch die Möglichkeit, gemeinsam Zeit zu verbringen. "Mit einem Zwölf-Stunden-Arbeitstag geraten Eltern weiter unter Druck, und die ohnehin beschränkte Familienzeit wird zu einem noch knapperen Gut", befürchtet der Familienverbandspräsident.

Trendl nahm auch die Sozialpartner als "wichtige Player in der österreichischen Politik" in die Pflicht, gegen eine Liberalisierung der Arbeitszeit auf Kosten der Familien aufzutreten. Er verwies auf die zuletzt von Familienministerin Sophie Karmasin präsentierte Studie "Familienentwicklung in Österreich" im Rahmen des von den Vereinten Nationen initiierten "Generations & Gender Programme". Demnach sei Österreich kein ideales Land für Familien, viele Frauen mit potenziellem Kinderwunsch befürchten eine Unvereinbarkeit von Arbeit und Kindern. Dem wolle Karmasin entgegenwirken.

Deutschland könnte hier laut Trendl zum Vorbild werden: Um Familien mehr zeitlichen Spielraum zu ermöglichen, sprach sich die deutsche Familienministerin Manuela Schwesig kürzlich für eine Arbeitszeitreduktion für Eltern aus.