„Jahr der Orden“: St. Pöltens Frauenorden präsentierten sich und ihr umfangreiches Tun

„Jahr der Orden“: St. Pöltens Frauenorden präsentierten sich und ihr umfangreiches Tun

Amstetten, 19.11.2014 (dsp) Papst Franziskus hat ein „Jahr des geweihten Lebens“ bzw. „Jahr der Orden“ ausgerufen. Die Frauengemeinschaften der Diözese St. Pölten greifen diese Initiative auf und wollen mit verschiedenen Veranstaltungen Einblick in ihre Lebenswelten geben. Bei einer Pressekonferenz im Franziskanerinnenkloster Amstetten stellten mehrere Ordensfrauen und Anna Rosenberger von der Katholischen Frauenbewegung das Programm zum „Jahr der Orden“ vor. Das Jahr steht auch im Zeichen der Krisenregionen. So beten die verschiedenen Gemeinschaften ua. für den Nahen Osten, Ukraine oder Darfur.

In der Diözese St. Pölten leben und wirken 168 Schwestern in 14 verschiedenen Gemeinschaften, die sich um ein breites Themenfeld kümmern: Viele arbeiten im Bildungswesen (Schule, Kindergarten, Hort, Internat) oder engagieren sich im sozial-karitativen Bereich in der Pflegen von alten und kranken Menschen und betreuen Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Zahlreiche Schwestern bringen sich in der geistlichen und spirituellen Begleitung und in der Exerzitienbegleitung ein. Kontemplativ lebende Schwestern nehmen das Gebet für die Anliegen der Kirche und das Heil der Menschen als besonderen Auftrag wahr.

Weiters kümmern sich die Ordensfrauen um Flüchtlinge, Obdachlose, Bettler, armutsgefährdete Menschen. Sie finden in den Klöstern Ansprechpartner und konkrete Hilfe. Schwester Generaloberin Franziska Bruckner, Vorsitzende der Vereinigung der Frauenorden der Diözese St. Pölten: „Wir haben viel mit jungen Menschen zu tun und wissen um deren Freuden, Sorgen und Nöte. So sind wir am Puls der Zeit.“ Sie geben auch die Möglichkeit, das Leben im Kloster näher kennenzulernen, etwa mit Urlaub im Kloster, Exerzitien im Alltag oder geistliche Begleitung.

Schwester Franziska sagt, die Frauenorden stünden vor neuen Herausforderungen, gerade in Bezug auf das Älterwerden der Ordensmitglieder. Und gewiss würden sich die Frauenorden über verstärktes Interesse und Gespräche am Ordensleben freuen. Vielfach gebe es dabei kuriose Vorstellungen.

Die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung St. Pölten, Anna Rosenberger, sagte: „Wir sind Frauen in der Kirche und müssen uns einfach verbünden und uns gemeinsam für die Umsetzung des Evangeliums einsetzen.“ Sie und die Frauenbewegung hätten sich durch Ordensfrauen auch immer bestärkt gefühlt in ihrem Engagement. Die Frauenbewegung unterstütze auch jene Frauen, die sich zum Ordensstand berufen fühlen. Die Katholische Frauenbewegung Österreichs unterstützt außerdem die Zulassung von Frauen zum Diakonat offiziell, so Rosenberger.

Auf die unterschiedlichen Lebenswelten von Ordensfrauen verwies Maria Christine Hochleitner, die Generalleiterin des Säkularinstitutes „Madonna della strada“. Sie leben genauso ihr Apostolat inmitten der Welt an ihrem Arbeitsplatz – dort wo sie Berufung erreicht hat. Sie würden dem Ruf Gottes mit einer lebenslangen Bindung an die evangelischen Räte Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam leben und einem Beruf nachgehen. Ihr Spagat sei zwischen „ganz in der Welt“ und „ganz spirituell“. 

Bei der Pressekonferenz sagten die anwesenden Ordensfrauen, sie würden sich in ihrer Berufung bestätigt fühlen und würden sich von Gott begleitet fühlen. Besonders beeindruckend war weiters, dass sich die Schülerinnen der kirchlichen Schulen stark beeindruckt von den geistlichen Frauen zeigten.

Erste Veranstaltung der diözesanen Frauenorden ist am Mittwoch, 3. Dezember, 18 Uhr im St. Pöltner Mary-Ward-Haus. Nach einer Vesper um 18 Uhr gibt es Kurzreferate von Vertreterinnen von Frauenorden.

Infos: www.jahrderorden.at

Foto 1: Schwester Michaela Gehart, Anna Rosenberger, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, Schwester Franziska Bruckner, Vorsitzende der Vereinigung der Frauenorden in der Diözese St. Pölten.
Foto 2: Schwester Michaela Gehart, Verena Brandner (unterrichtet an der Fachschule für wirtschafltiche und soziale Berufe der Marienschwestern in Erla), Anna Rosenberger, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, Schwester Franziska Bruckner, Vorsitzende der Vereinigung der Frauenorden in der Diözese St. Pölten, Maria Christine Hochleitner (Generalleiterin des Säkularinstitutes "Madonna della strada" und Religionslehrerin am Mostviertler Bildungshof Giesshübl), Schwester Hildegund Kammerhofer (Franziskanerin, langjährige Direktorin der Fachschule für Sozialberufe in Langenlois)