Großes Interesse bei Blinden am "Gotteslob"

Gotteslob in Braille-Schrift

St. Pölten, 03.11.14 (dsp) Auf reges Interesse stößt die im Vorjahr erschienene Neuversion des Kirchengesangbuches "Gotteslob" bei Blinden und Sehbehinderten: Die seit 16 Jahren existierende "Liturgiewerkstatt für Blinde" war nie besser besucht als die heurige Veranstaltung im schweizerischen Landschlacht, die sich dem neuen Gotteslob widmete, berichtet Heinz Kellner vom Blindenapostolat Österreich. Dass neben Kollegen aus Deutschland und Südtirol insgesamt zwölf Österreicher teilnahmen, spreche dafür, dass österreichische Blinde die Gottesdienste in ihrem Alltag aktiv mitgestalten möchten.

Eine ganze Woche lang beschäftigten sich Blinde und Sehbehinderte bei der Liturgiewerkstatt mit dem neuen „Gotteslob“. Der Liturgie-Experte Bernhard Höffner informierte über Aufbau und die theologische Konzeption des Buches, Gerlinde Gregori vom Deutschen Katholischen Blindenwerk über die Handhabung der inzwischen vorliegenden Ausgaben in Blindenschrift und auf elektronischen Speichermedien. Mit dem blinden Kirchenmusiker Matthias Gampe wurden viele Gesänge, Kehrverse und vor allem Kanones einstudiert und bei Gottesdiensten verschiedenster Art praktisch erprobt.

Der Stammteil des neuen Gebet- und Gesangbuchs Gotteslob liegt mittlerweile in verschiedenen Ausgaben für Blinde und Sehbehinderte vor, produziert in der Katholischen Blindenschrift-Druckerei in Paderborn. „Die reine Textausgabe umfasst elf Bände im Quartformat, die im Bücherbord etwa 70 cm Platz benötigen“, erläutert Kellner, der selbst als Referent für Sprech- und Präsentationstechnik die Liturgiewerkstatt mitgestaltet und dort auch den Österreichteil des Gotteslobs vorstellte. Eine weitere Ausgabe ist in Brailleschrift und Blinden-Notenschrift zur leichteren Handhabung für Kirchenmusiker als Lose-Blatt-Sammlung in sieben Ordnern im A4-Format erschienen. Für tragbare Brailleschrift-Lesegeräte gibt das Gotteslob im SD-Karten-Format, eine CD-Ausgabe mit Aufsprache mit künstlicher Stimme ist in Vorbereitung.

Stark Sehbehinderte können den Stammteil des „Gotteslob“ als Super-Großdruck im Format A4 beziehen. Bezugsquelle für alle Ausgaben ist die Punktschrift-Druckerei „Pauline von Mallinckrodt“ in Paderborn. E-Mail: info@pader-braille.de – Auskünfte beim Blindenapostolat Österreich (BAÖ), Telefon (01)51552-3305.

Großes Interesse aus Österreich

Die Liturgiewerkstatt für Blinde wird vom Referat Erwachsenenbildung des Deutschen Katholischen Blindenwerks bereits seit 16 Jahren veranstaltet. Mit 27 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und Südtirol war die heurige Veranstaltung „Schatzkiste Gotteslob“ jene mit den meisten Teilnehmern. Heinz Kellner: „Dass aus Österreich heuer zwölf Teilnehmer gekommen sind, spricht für das große Interesse, das österreichische Blinde am Mitgestalten der Gottesdienste in ihrem Alltag haben.“