Ganzer Ort baute blindem Andreas eine eigene Kapelle

Ganzer Ort baute blindem Andreas eine eigene Kapelle

St. Pantaleon, 21.09.2014 (dsp) Wer tiefgehende Menschlichkeit sucht, wird in St. Pantaleon fündig. Die ganze Umgebung half zusammen, um dem 17-jährigen, fast blinden Andreas seinen Traum zu verwirklichen: eine eigene Kapelle im Garten. Denn die alte aus Pappkarton erfüllte die Vorstellungen von Andreas nicht mehr. Die neue wurde jetzt von Dechant Johann Zarl gesegnet, der im nahegelegenen St. Valentin als Pfarrer wirkt. Seine Mutter Ulli Stross zeigt sich gerührt von der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung: „Diese Kapelle war sein Traum, sie erfüllt sein Leben!“ Es falle ihr schwer, jemanden speziell zu danken, da so viele mithalfen.

Die engagierte Mutter weiter: „Die Kapelle ist ein Glaubenszeugnis, die zum lebendigen Stein geworden ist. Viele gaben dafür ihre Freizeit, ihre Talente und Geld.“ Zug um Zug wurde der Bau verwirklicht, begonnen hat es mit einer Kirchenbankspende aus der Kapelle des Meierhofes der Marienschwestern aus Klein-Erla. Auf den Wunsch von Andreas hin, wurde die Kapelle auf den heiligen Franz von Assisi geweiht.

Dechant Zarl erinnert sich: „Einmal kam Andreas zum Kirtag nach St. Valentin und ich wollte ihm ein Eis spendieren. Doch Andreas hatte einen anderen Wunsch: ‚Einmal bei Dir Herr Pfarrer vorne bei der heiligen Messe mitzufeiern‘“. Natürlich erfüllte Zarl den Wunsch. Mittlerweile feiert Andreas immer dann zuhause in seiner Kapelle Gottesdienst, wenn auch in der Pfarrkirche St. Valentin gefeiert wird. Sogar einen kleinen Kirchenchor hat er aus Freunden, Nachbarn und Verwandten schon installiert. Zarl sagt, man könne von Andreas nur lernen. Es komme ihm oft vor, als ob Andreas mehr sieht trotz seiner Beinahe-Blindheit und mehr Gespür für andere habe. Bewegend sei, wie sehr er sich mit seinem Gebet für die Mitmenschen einsetze. Andreas sehe mit seinem Herzen gut und viele in der Region um St. Valentin setzten ihrerseits ein tiefes christliches Zeichen, um Andreas seinen Traum zu erfüllen.

Sein enger Freund Diakon Manuel Sattelberger, Pastoralassistent in St. Valentin, sagte in der Predigt: „Der Namensgeber der Kapelle, der heilige Franz von Assisi, hatte eine Vision, nach der er die Kirche wieder aufbauen sollte. Dieses kleine Gotteshaus erinnert daran, dass auch Andreas und seine Mutter Ulli solch einen Auftrag erfüllt haben.“

An dem Einweihungsfest nahmen neben Dechant Zarl und Diakon Sattelberger der Pfarrer von St. Pantaleon, Franz Brandstetter, der Hausgeistliche der Marienschwestern, P. Hubert Dopf, der Langenharter Pfarrer Herbert Reisinger, der pensionierte Pfarrer Heinrich Geiblinger, sowie viel Lokalprominenz teil.