Frauenbewegung: Erfolgreiche Kampagne gegen Lohnsklaverei

Mehr als 34.000 Österreicher haben die Petition der Katholischen Frauenbewegung (kfbö) unterzeichnet, die im Rahmen der "Aktion Familienfasttag" für faire Arbeitsbedingungen in der südindischen Textilindustrie eintrat. "Kleidung hat ihren Preis, wenn Arbeiterinnen in der Textilproduktion im Süden faire Arbeitsbedingungen vorfinden können sollen", heißt es.

Viel mehr Unterstützer als erwartet seien der Aufforderung der Katholischen Frauenbewegung gefolgt und für ein Verbot des "Sumangali-Schemes" in südindischen Baumwollspinnereien eingetreten. Gemeint sind damit Arbeitsverträge, die Mädchen und jungen Frauen versprechen, sich eine Mitgift und damit den Status einer "Sumangali", einer "glücklich verheirateten Frau", erwirtschaften zu können. Tatsächlich geraten die Betroffenen in ausbeuterische Beschäftigungsverhältnisse. Rund 200.000 Frauen und Mädchen sind laut kfbö aktuell Opfer des "Sumangali-Schemes", sie arbeiten unter ständiger Überwachung sieben Tage pro Woche in Zwölf-Stunden-Schichten, werden gering bis gar nicht entlohnt, nur notdürftig medizinisch versorgt und sind Demütigungen und Gewalt ausgesetzt.

Auf die Garne aus den ausbeuterischen Spinnereien greifen viele Modelabels auf dem europäischen und internationalen Bekleidungsmarkt zurück. Die in Österreich gesammelten Unterschriften sollen nun vom Leiter der südindischen Menschenrechtsorganisation Vaan Muhil, Arockiasamy Britto, zugleich Projektpartner der "Aktion Familienfasttag", dem Arbeitsminister des südindischen Bundesstaates Tamil Nadu übergeben werden.

Heimische Textilfirmen desinteressiert

Aber auch hierzulande gelte es noch viel Bewusstseinsarbeit zu leisten, betonte die Katholische Frauenbewegung: Eine Umfrage unter österreichischen Bekleidungsunternehmen, die von der "Clean Clothes"-Kampagne im Auftrag der kfbö durchgeführt wurde, habe ein "ernüchterndes Ergebnis" erbracht. Die "grausame Form der Ausbeutung" sei für heimische Textilfirmen in der eigenen Zulieferkette kein Thema, es gebe "weder ein Bewusstsein über die negativen Aspekte der Bekleidungsproduktion, noch ein Interesse daran, solche Formen extremer Ausbeutung zu verhindern", heißt es in der Aussendung.

(KAP)