Fastenausstellung: Perspektiven von „innen und außen“

Dr. Angelika Beroun-Linhart, Vorsitzende KAV; 2. NÖ Landtagspräsident Johann Heuras; Gemeinderätin Ulrike Nesslinger; Diözesanbischof DDr. Klaus Küng; Gemeinderat Heinz Hauptmann; Mag. Carl Aigner, Direktor Landesmuseum NÖ

St. Pölten, 07.03.2014 (dsp) Zu einer Fastenbesinnung mit Künstlerinnen und Künstlern im Dom von St. Pölten und zur Eröffnung der Ausstellung „innen – außen“ im Sommerrefektorium des Bistumsgebäudes lud der Katholische Akademikerverband der Diözese St. Pölten (KAV). 7 bildende Künstler, eine Literatin sowie Insassen der Justizanstalt Stein präsentieren Werke zum Themenbereich „innen – außen“. Die Künstlerinnen und Künstler beschäftigten sich mit den verschiedenen Perspektiven, aus denen auf einen Gegenstand, eine Äußerung oder eine Handlung geschaut wird. Mit der Einbeziehung von Insassen der Justizanstalt Stein erfährt das Thema eine Verschärfung hin zu einem „drinnen – draußen“.
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„Innen und außen“ sei „ein Thema der Kommunikation und der Sehnsucht nach einer Verbindung beider, die Heilung ermöglicht“, sagte Bischof Klaus Küng bei der Eröffnung. Die Bilder und Skulpturen drückten künstlerisch aus, was nicht gesagt werden könne, aber auch das, was verborgen bleibe. „Wie bei einem Fastentuch, das etwas Vertrautes verhüllt“, so Küng. „Dadurch wird etwas offen gelassen, das zum Nachdenken anregt.“ Durch die Beteiligung von Insassen der Justizanstalt Stein bekomme das Bemühen dies darzustellen „eine besondere Bedeutung“.

„In der Welt Gottes gibt es innen und außen nicht“, betonte Carl Aigner, Direktor des Landesmuseums Niederösterreich. Deshalb spiele die Kunst besonders in der heutigen säkularisierten Welt eine große Rolle. Mit der abstrakten Kunst sei auch „Gott wieder ein Thema“ geworden, so Aigner. Je mehr die Welt – etwa durch die Wissenschaften und durch Technik – sichtbar werde, desto mehr rücke wieder das Unsichtbare in den Mittelpunkt des Interesses. Den Kunstwerken der Gefängnisinsassen attestierte der Kunstgeschichtler „eine besondere innere Freiheit“.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Ursula Fischer von der „Galerie am Lieglweg“ in Neulengbach, Renate Minarz von der „Schupfengalerie“ in Herzogenburg und von Doris Kloimstein vom P.E.N.-Club. Die bildenden Künstlerinnen und Künstler sind Istvan Herold, Georg Kremser, Hermann Kremsmayer, Gerlinde Kosina, Bettina Schülke, Karl Stürmer und Martina Tscherni. Die Werke der Künstler aus der Justizanstalt Stein werden anonym ausgestellt. Die Literatin, die sich von den ausgestellten Werken inspirieren ließ, ist heuer Philo Ikonya, die aus Nairobi (Kenia) stammt und seit 2009 in Oslo im Exil lebt.

Ausstellungsdauer: bis Sonntag, 6. April 2014
Öffnungszeiten: sonntags 9.00 bis 13.00 Uhr
Führung mit den Kuratorinnen: Sonntag, 16. März 2014, 11.30 Uhr
Führungen für Kleingruppen auf Anfrage
Information: Katholischer AkademikerInnenverband, 02742/324-3380, kav.stpoelten@kirche.at, http://kav.dsp.at