Fast- und Gebetstag für den Irak am 8. August

Das "Nun" als Zeichen der Solidarität mit den irakischen Christen

Wien, 05.08.14 (dsp/KAP) Die Verantwortlichen der christlichen Kirchen in Österreich laden für Freitag, 8. August, zu einem Tag des Fastens und der Fürbitte für die irakischen Christen und für deren muslimische Freunde ein. Als Zeichen der Verbundenheit wird auch um Spenden für die österreichische 'Initiative Christlicher Orient' (ICO) und 'Kirche in Not' gebeten, damit den völlig mittellosen Christen, die im kurdischen Autonomiegebiet großzügige Aufnahme gefunden haben, auch materiell geholfen werden kann.

Kardinal Christoph Schönborn hat am Dienstag die "unbeschreiblichen" Untaten der Mitglieder des "Islamischen Staats" (IS) in Irak und Syrien angeprangert und die Christen aller Konfessionen in Österreich zur Teilnahme am ökumenischen Fast- und Gebetstag am 8. August aufgerufen. Was sich etwa in Mosul gegen Christen, aber auch gegen andere Minderheiten und tolerante Muslime abspiele - Hinrichtungen, gewaltsame Vertreibungen und zuletzt etwa die Zerstörung des Grabes des Propheten Jona - mache "fassungslos", so der Wiener Erzbischof "Kathpress" gegenüber. Es gebe für Christen nur mehr eine Antwort - Fasten und Beten, und dazu wolle er "dringend aufrufen", sagte er im Blick auf eine erhoffte friedliche Lösung.

Kardinal Schönborn erinnerte, dass es vor einem Jahr eine bemerkenswerte Entwicklung im Zusammenhang mit dem Gebets- und Fastenaufruf des Papstes für Syrien gegeben habe. Papst Franziskus hatte damals, nach einem Massenmord mit chemischen Waffen - und vor einer drohenden Bombardierung von Damaskus -, für den 1. September 2013 zu einem Fast- und Gebetstag ausgerufen. Der Papst habe selbst auf dem Petersplatz das Gebet geleitet. "Es kam damals zu etwas, was man als Wunder ansehen kann", sagte Schönborn. Denn die angekündigte Bombardierung von Damaskus wurde kurz danach abgesagt.

Der Kardinal, der nächste und übernächste Woche in Kolumbien ist und dort am kirchlichen "Weltkongress der Göttlichen Barmherzigkeit teilnimmt", nahm im "Kathpress"-Gespräch auch zur Frage von Schuld, Vergebung und Versöhnung allgemein Stellung. Als großes Zeichen für Vergeben und Versöhnen bezeichnete er die geplante Reise von Papst Franziskus an den Isonzo am 13. September, bei der der Papst der Opfer des Ersten Weltkriegs und aller Kriege gedenken wolle. Der Besuch beginnt mit einem Gebet auf dem Altösterreicher-Friedhof Fogliano und wird mit einem Besuch beim italienischen Mahnmal in Redipuglia fortgesetzt. "Es ist ein Zeichen, dass nur Vergebung und Versöhnung den Frieden nachhaltig sichern können", sage der Wiener Erzbischof.