„Ermutigungen – Spannungsfelder – Zukunftsspuren“

Delegierte der Diözese St. Pölten zum PGR-Kongress in Mariazell

St. Pölten – Mariazell, 19.05.2014 (dsp) Über 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Diözesen Österreichs kommen von 29. bis 31. Mai in Mariazell zu einem Pfarrgemeinderats-Kongress zusammen. An diesem zweiten Kongress nach der Premiere im Jahr 2010 nehmen auch 50 Delegierte, darunter 21 Pfarrgemeinderäte, aus der Diözese St. Pölten teil.

Unter dem Motto „Ermutigungen – Spannungsfelder – Zukunftsspuren“ geht es unter anderem um „Entwicklungsrichtungen für die Gestaltung des vielfältigen gemeindlichen Lebens im Kontext der gesellschaftlichen Veränderungen und Lebenswirklichkeiten“ sowie um den „Austausch über spannende lokale Pastoralprojekte, Gemeinde- und Kirchenentwicklungsprozesse“, wie Peter Haslwanter vom Bereich Pfarre der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten erklärt: „Der Kongress ist ausdrucksstarkes und lebendiges Zeichen der Kirche Österreichs, für die die Pfarrgemeinden das Rückgrat und die Knotenpunkte bilden, und die von den Pfarrgemeinderäten wesentlich mitgestaltet werden.“

Höhepunkte des PGR-Kongresses sind der Wallfahrtseinzug der diözesanen Gruppen mit den Bischöfen vom Festzelt in die Basilika, ein „Hochzeitsmahl“ aller TeilnehmerInnen im Festzelt, Tischrede von Kard. Christoph Schönborn, „Gottesgespräche“ mit vielfältigen Formen des Gebets miteinander sowie eine Sendungsfeier mit Tauferneuerung als Abschluss am Samstag. Kern der Tagung sind 58 Workshops, die innovative Initiativen in Pfarren vorstellen. So soll im Austausch voneinander gelernt werden, wie Haslwanter erklärt.

Fünf Workshop-Angebote kommen aus der Diözese St. Pölten: Vorstellung des „Inspirationswegs“ der Pfarre Zeillern (Weg mit künstlerischen Stationen, der zur Besinnung einlädt), „Pfarre Böhlerwerk´t am Klima“ über Projekte Klimabündnis-Pfarre Böhlerwerk, „Der Mensch im Mittelpunkt“, ein erfolgreiches Programm des Katholischen Bildungswerkes der Pfarre Steinakirchen am Forst, „Biblische Erzählfiguren gestalten“ au der Pfarre Böheimkirchen und „Bücher bewegen“, eine erfolgreiche Initiative der Pfarrbibliothek Inzersdorf.

Erwartungen und Anliegen von Delegierten

Marianne Schragl (Pfarre Scheibbs): Ich erwarte mir zu vielen elementaren Fragen keine perfekten Antworten oder Lösungen, sondern vielmehr interessante und anregende Diskussionen und Beiträge. Wir alle fragen uns: Wie kann und soll das Evangelium verkündet werden um die Menschen in dieser Zeit des Wandels zu erreichen? Wo bleiben die Jungen? Wie können wir es verhindern eine Generation zu „verlieren“? Auf die einzelnen Workshops freue ich mich, da sie nach meiner Ansicht aktuelle Themen umfassen und die Auswahl direkt schwer machen.

Theresia Paumann (Pfarre Arbesbach): Ich freue mich, dass es die Möglichkeit gibt, mit den Bischöfen und Pfarrgemeinderäten von ganz Österreich gemeinsam über die Zukunft der Kirche nachzudenken, wie Christsein aussehen kann. Vor allem wünsche ich mir auch ein offenes Ohr für die speziellen Anliegen der Pfarrverbände. Manche Vorschriften müssten geändert werden, damit ein unkompliziertes, Freude machendes Engagement in den Pfarren möglich ist, und der Wunsch des Papstes „Seid Hirten mit dem 'Geruch der Schafe', seid mitten unter dem Volk, so wie Jesus, der gute Hirte“, in Erfüllung geht.

Ferdinand Steinböck (Pfarre Kapelln): In den letzten Jahren hat sich in den Pfarrgemeinden vieles verändert und aus diesem Grund kommt den PGR eine wichtige Aufgabe zu. Durch den Priestermangel in den Pfarren übernehmen engagierte Frauen und Männer verschiedene Aufgaben und Dienste. Dieses Treffen bietet somit Begegnungsmöglichkeiten mit verschiedensten Gruppen. Anhand von Praxisbeispielen kann man bei Workshops viele Impulse für die Arbeit im Pfarrgemeinderat mitnehmen. Im gemeinsamen Austausch und Dialog mit den kirchlichen Verantwortungsträgern besteht die Möglichkeit Ermutigungen, Spannungsfelder bzw. Zukunftsspuren für Pfarrgemeinden zu suchen. Im gemeinsamen Beten und Feiern von Gottesdiensten besteht die Möglichkeit spirituell aufzutanken.

Magdalena Ganster (Jugendpastoral St. Pölten): Als junge Pfarrgemeinderätin schaue ich gerne über den Tellerrand. Es interessiert mich wie andere Pfarren arbeiten, was auf Dekanatsebene passieren kann und wie unterschiedlich die Regionen in unserer Diözese ihren Glauben in der Gemeinschaft der Pfarre leben. Deshalb bin ich sehr neugierig auf diese große Zusammenkunft in Mariazell. So viele engagierte Mitarbeiter am Bau der Kirche auf „einem Haufen“ sind sicher sehr inspirierend.

Anna Rosenberger (Pfarre Oed, kfb-Obfrau): Ich glaube, dass wir Christinnen und Christen, die wir uns in der Kirche engagieren, egal ob ehren- oder hauptamtlich, immer wieder Ermutigungen brauchen und Stärkung. Das vorliegende Programm wird vieles bieten, das uns ermutigen kann. Mich persönlich freut es ganz besonders, dass ich unter den vielen spirituellen Angeboten auch eine Frauenliturgie zum Thema „Gesegnet bist du“ in der Heilig-Brunn-Kapelle anbieten darf.
Natürlich muss und wird es meiner Meinung nach beim Kongress auch wieder Platz geben, um Spannungsfelder, die durchaus in der Kirche vorhanden sind, ansprechen zu können. Wenn es möglich ist und darauf vertraue ich, beim Kongress und darüber hinaus einander auf Augenhöhe und wertschätzend zu begegnen, dann werden wir im Miteinander auch Lösungen suchen und finden können und so ganz wichtige Zukunftsspuren legen können.

Martin Paral (Pfarre St. Andrä-Wördern): Mir ist es ein Anliegen, dann dass es einen regen Austausch zwischen den Geistlichen und den Pfarrgemeinderäten gibt. Ein Austausch, wo wichtige Fragen und Probleme in unseren Pfarrgemeinden angesprochen werden können. Ich finde es ist wichtig, dass wir alle an einem Strang in dieselbe Richtung ziehen, um unsere Kirche für die nächsten Generationen zu bewahren. Durch diese Gespräche, geplanten Vorträge und Aktivitäten hoffe ich für uns alle, dass wir gestärkt nach Hause fahren, und unseren Pfarrgemeinden Ideen und Mut mitbringen können.

Mag. Dr. Renate Witzani (Pfarre Hofstetten-Grünau): Am Beginn der Apostelgeschichte steht die Verheißung, dass wir mit dem Heiligen Geist getauft werden (Apg 1,5). Die gemeinsame tägliche Feier der Eucharistie, die Gebetszeiten und die Sendungsfeier zum Abschluss bieten Gelegenheit zum gemeinsamen Gebet um den Heiligen Geist.
Ich träume von einer Kirche, die die Prinzipien ihrer Soziallehre (Solidarität, Subsidiarität, Gemeinwohl) als Volk Gottes verwirklicht; die mit Ausgrenzung, Machtverhältnissen, finanziellen Ressourcen, Information, Schuld und Scheitern, der Würde jedes menschlichen Lebens und der ganzen Schöpfung so umgeht wie es der Botschaft des Evangeliums entspricht; die sich diesen hohen Anspruch auch zutraut, weil sie aus dem Glauben an den Auferstandenen lebt.