Ergebnisse der Frühjahrssession der Bischofskonferenz

Österreichische Bischofskonferenz im Stift Admont

Admont, 28.03.2014 (dsp) Österreichs Bischöfe unterstützen die Forderung der Bürgerinitiative "Fakten helfen" nach einer bundesweiten, jährlichen und anonymen Statistik und regelmäßigen Motiven-Erforschungen über Schwangerschaftsabbrüche. Die Initiative ist vom überkonfessionellen Verein "Aktion Leben" getragen und will die vielfältigen Notlagen von Frauen erheben, öffentlich zur Sprache bringen und die Grundlagen für konkrete Hilfe verbessern. Die Bischöfe ersuchen alle Freunde des Lebens diese Initiative zu unterstützen - "zum Wohl der ungeborenen Kinder, der schwangeren Frauen und der ganzen Gesellschaft", wie sie in einer bei der jüngsten Vollversammlung der Bischofskonferenz in Stift Admont verabschiedeten Erklärung betonen.
Erklärungen der Bischofskonferenz im Wortlaut<--break->

"Die katholische Kirche weiß sich dem Widerstand gegen Abtreibung und sogenannte aktive Sterbehilfe aber auch dem Schutz von Embryonen unverzichtbar verpflichtet", halten die Bischöfe wörtlich fest. Eindringlich und klar habe Papst Franziskus in seinem Lehrschreiben "Evangelii Gaudium" festgehalten, dass die Kirche auf Seite der ungeborenen Kinder steht. Sie seien "die Schutzlosesten und Unschuldigsten von allen, denen man heute die Menschenwürde absprechen will, um mit ihnen machen zu können, was man will", zitieren die Bischöfe den Papst.

Friedensprojekt Europa ist bleibend aktuell

Österreichs Bischöfe rufen zur Beteiligung an den Europawahlen vom 22. bis 25. Mai auf. Die Europäische Union, die "maßgeblich von christlich motivierten Politikern gegründet" worden sei, brauche "die demokratische Mitwirkung der Bevölkerung und das Engagement von Christen", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung der Bischofskonferenz im Anschluss an ihre Frühjahrsvollversammlung im Stift Admont. Zugleich unterstreichen die Bischöfe, dass die Bedeutung der Europäischen Integration als Friedensprojekt "ungebrochen aktuell" sei. Die Krim-Krise und auch der anhaltende Krieg in Syrien hätten deutlich gemacht, "dass der Friede in Europa keine Selbstverständlichkeit, sondern eine bleibende Aufgabe ist".

"Krieg ist kein Schicksal"

Als "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" bezeichneten die Bischöfe den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. "In Wahrhaftigkeit und Scham" müsse man auch heute noch die massive Verstrickung in die Ideologie des Krieges auch seitens der Kirchen und Religionsgemeinschaften eingestehen, heißt es in einer weiteren Erklärung der Bischofskonferenz. Aufgrund der "Taubheit und Ignoranz der damaligen kirchlichen und politischen Amtsträger" seien auch die Friedensinitiativen von Papst Benedikt XV. ab 1914 letztlich bei allen Kriegsparteien wirkungslos geblieben.

Österreichs Verantwortung in der Welt

Die Bischöfe erinnern an die geringe österreichische öffentliche Entwicklungszusammenarbeit, die lediglich bei 0,28 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) liegt. Das Nachlassen an Hilfe und Entwicklung bedrohe den Frieden und die Sicherheit in vielen Gebieten der Erde. Die Lage werde weiter verschärft, weil die globalen Krisen Fortschritte im Kampf gegen Hunger und Unterernährung zunichtemachten. Zwar zeige das Regierungsprogramm "viele positive Ansätze", entscheidend aber werfe sein, "was davon tatsächlich umgesetzt wird". Ziel müsse sein, die Entwicklungszusammenarbeit als staatliche Gesamtverantwortung zu stärken; die zahlreichen Hilfsorganisationen der Zivilgesellschaft und der Kirchen in Österreich seien dabei für den Staat ein "bewährter und kompetenter Partner".

Pfarrgemeinderätekongress in Mariazell

Die österreichischen Bischöfe laden Pfarrgemeinderäte aus ganz Österreich zu einem Kongress in Mariazell ein. Rund 600 Frauen und Männer werden zum Treffen vom 29. bis 31. Mai 2014 erwartet. Es handelt sich um die zweite derartige Zusammenkunft nach 2010, bestehend aus Wallfahrt und Kongress. Aus jedem der 300 Dekanate in den Diözesen Österreichs werde zumindest eine Person vertreten sein, heißt es in einer Erklärung der Bischofskonferenz zu diesem Großereignis.

Inhaltlich geht es diesmal um die Eigenverantwortung und das Engagement der Gläubigen für Kirche und Welt aufgrund von ihrer Taufe und Firmung. Es sollen - so die Bischöfe "Ermutigungen - Spannungsfelder - Zukunftsspuren" in den Blick genommen werden, wichtiges Element werde der Austausch über sechzig ausgewählte Praxisbeispiele sein. Als Referatsbischof für die Pastoral zeichnet der Gurker Bischof Alois Schwarz für die Vorbereitung von Wallfahrt und Kongress der Pfarrgemeinderäte verantwortlich.

Erklärungen der Bischofskonferenz im Wortlaut<--break->