Diözese St. Pölten startete Katechesenreihe zu Sakramenten

St. Pölten, 19.09.2014 (dsp). Als eine „persönliche, aber nie nur private Begegnung mit Christus“ umschrieb Weihbischof Anton Leichtfried von St. Pölten die Sakramente. In seinem Einführungsvortrag zur Reihe „8x Sakramente in der Franziskanerkirche“ näherte er sich der Frage, was Sakramente seien, nicht über Definitionen, sondern über „verschiedene Zugänge“. Leichtfried wörtlich: „Warum schüttelt Gott nicht den Zauberstab, und alle Menschen sind so lieb wie Sie hier?“ Weil Gott den Weg über die Freiheit und die Verantwortung des einzelnen Menschen gehe – und genau darum ginge es bei den Sakramenten.

Sakramente seien eine kräftige Erinnerung daran, dass „wir Menschen Empfangende sind, nicht Machende.“ Der Weihbischof ging dann vertieft auf die Sakramente der Taufe und der Eucharistie ein. Die Taufe, das „Tor in die Kirche, zum Glauben“, führe uns klar vor Augen, dass wir unser Leben eben nur empfangen hätten, von unseren biologischen Eltern, aber letztendlich von Gott, der zu uns sage: „Du bist meine geliebte Tochter, mein geliebter Sohn.“ Unser Leben sei größer, als wir es selber machen könnten, und letzendlich immer etwas Empfangenes. Dabei müssten wir aber auch mittun in der Freiheit des Glaubens.

In der Eucharistie hingegen empfingen wir nicht nur Communio, Gemeinschaft mit Christus, sondern auch mit der Kirche, der ganz konkreten Pfarrgemeinde, in der ich zur Kommunion gehe. So gesehen sei dieses Sakrament – wie alle – „persönlich, aber nie nur privat“. Bischof Leichtfried wörtlich: „Alle zu lieben, das schaffe ich nicht immer, aber ich bin hineingenommen in die Liebe Christi für alle.“ Sakramente brauchten immer „Demut und Konkretisierung“ in dieser konkreten Kirche. Schließlich verwiesen die Sakramente immer hinaus in die Weite – „ite, missa  est“, die alten Schlussworte der Messe, bedeuteten, die „Messe“, die Sendung beginne gerade erst, die Messe des Lebens. Das kirchliche Geheimnis, Mysterium, sei eben nicht etwas „Geheimes“, sondern etwas, das wir allen verkünden würden – eine Beziehung, Christus nämlich.

Weihbischof Leichtfried schloss mit einer Lesung aus dem alten „Tantum ergo“-Gebet. Nach dem Vortrag gab es Gelegenheit zu Fragen, worauf sich eine Agape anschloss. Die nächste Katechese der Reihe findet am 17. Oktober statt, wenn Bischof Klaus Küng über die Taufe sprechen wird.

Die ganze Katechese zum Nachhören