Diözesane Ausbildung für Pilgerbegleiter gibt dem Wallfahren neue Impulse

Diözesane Ausbildung für Pilgerbegleiter gibt dem Wallfahren neue Impulse

Sonntagberg, 21.07.2014 (dsp) Mit dem Sonntagberg betreuen die Benediktiner von Seitenstetten einen österreichweit bekannten Wallfahrtsort. Eine Ausbildung für Pilgerbegleiter/innen soll dem Wallfahren im Mostviertel neue Impulse geben.

Rund 4500 Pilgerkilometer hat Stefan Kimeswenger aus St. Valentin seit 2001 schon in den Füßen: Assisi, mehrmals Mariazell, Weg des Buches. Er und seine Frau Marianne sind mit vielen Pilgerwegen vertraut. Natürlich auch mit Santiago de Compostela: „Für mich war es eine Mischung aus Sport, Abenteuer und Spiritualität. Im Laufe des Wegs bin ich aber immer mehr vom Wanderer zum Pilger geworden.“ Der wichtigste spirituelle Impuls waren ihm dabei die Schöpfung und die vielen gesprächsoffenen Menschen. Seine Frau Marianne hat ihn begleitet. Sie dachte sich zwar: „Gehst halt mit – weilst eine Ehefrau bist.“ Schlussendlich hat sie mehr als ihr Mann profitiert, ist sie überzeugt: „Ich konnte eine Lebensbaustelle zusammenräumen.“ Wie ihrem Mann haben ihr die zufälligen Begegnungen sehr geholfen und die Kunstwerke entlang des Wegs. Vor allem die Kirchen  wurden für sie zu einem Geschenk.

Spiritueller Mehrwert

Inzwischen sind beide selbst ausgebildete Pilgerbegleiter und bieten nun mit dem Bildungszentrum St. Benedikt in Seitenstetten und dem Bildungswerk der Diözese St. Pölten eine Ausbildung für Pilgerbegleiter/innen an. Anstoß dafür ist das 400-Jahr-Jubiläum der Basilika am Sonntagberg und die damit einhergehende Initiative zur Belebung der Wallfahrt. Der Pilger-Lehrgang soll aber ein Impuls für die ganze Region werden: von Maria Taferl, das wie der Sonntagberg an der Grenze zu Oberösterreich liegt, bis zu den kleineren Wallfahrtsorten des Mostviertels.

Pilgern hat viele Facetten, erklärt der Betriebswirt und Wirtschaftspädagoge Stefan Kimeswenger: „Mir tut das Heraustreten aus den Zwängen des Alltags gut. Man spürt sich wieder.“ Ist man länger unterwegs, kann das einfache Leben schon zur Herausforderung werden: „Ich habe nur das mit, was ich am Rücken tragen kann. Das ist eine gute Übung in unserer Wohlstandsgesellschaft“, so Kimeswenger. Besonders schätzt er aber den spirituellen Mehrwert des Pilgerns: die Auseinandersetzung mit mir und mit Gott. „Wir sind von unseren Pilgerungen gestärkt in den Alltag zurückgekehrt.“

Ausbildung: Wer sich mit den unterschiedlichen Aspekten des Pilgerns beschäftigen möchte, auch wenn er nicht als Pilgerbegleiter aktiv werden will, ist eingeladen, die Ausbildung für Pilgerbegleiter/innen mitzumachen (ab Oktober 2014). Näheres unter: www.st-benedikt.at oder E-Mail: pilgerbegleiter.kimeswenger@gmail.com

Am Mi., 10. September 2014 ist um 19.30 Uhr im Bildungszentrum St. Benedikt in Seitenstetten ein weiterer Informationsabend.

Pilgern auf den Sonntagberg

Jeweils am ersten und dritten Samstag des Monats werden begleitete Pilgerungen vom Stift Seitenstetten auf den Sonntagberg angeboten. Treffpunkt: 8.45 Uhr beim Klosterladen, zurück mit einem Shuttlebus. Anfragen und Buchung: Klosterladen, Tel. 07477/423 00-0.

Bis 31. Oktober 2014 ist im Stift Seitenstetten die Sonderausstellung „Wallfahrten und Pilgern“ zu sehen.

Autor: Josef Wallner
Foto (privat): Marianne und Stefan Kimeswenger (vorne) führen eine fünfteilige Ausbildung zum/zur Pilgerbegleiter/in in Theorie und Praxis durch.