Bischof Küng: Wo Christentum glaubwürdig ist, füllen sich Kirchen

Foto: Norbert Stadler

Krems, 16.06.2014 (dsp) Eine so große Kirche wie der „Dom der Wachau“ werde auch in Zukunft gebraucht. Davon zeigte sich Bischof Klaus Küng bei der Festmesse zum 1000-Jahr-Jubiläum der Pfarre Krems-St. Veit und zum Abschluss der Renovierung der Pfarrkirche überzeugt: „Wir werden froh sein, dass wir eine so große und schöne Kirche haben.“

Die Nutzung der Kirchen hänge unter anderem mit der Entwicklung der Gesellschaft zusammen, mit der Mobilität der Menschen und den veränderten Lebensverhältnissen, aber auch mit den „Gegebenheiten der Kirche, die von ihrem Wesen her eine Sammelbewegung ist“, sagte Küng. „Wo das Geheimnis Christi glaubwürdig vollzogen wird, wo die Menschen eine Quelle für die Seele finden, Stärkung empfangen, wo ihnen Heilung zuteil wird, dort wird sich eine Kirche, auch eine große, immer wieder füllen.“

Im Lauf der Jahrhunderte habe es auch in der Pfarre St. Veit „immer wieder ein gewaltiges Auf und Ab gegeben“ hat. Aber trotz aller Krisen bzw. gerade wegen dieser Krisen sei es immer wieder zur Erneuerung gekommen. Küng: „Wir dürfen davon ausgehen: Gott lässt die Seinen nicht im Stich.“ Auch wenn die Säkularisierung in einem Land fortschreite, blieben dennoch im Menschen die Fragen nach dem Woher, dem Wohin und dem Sinn aufrecht, wie Küng betonte.

Nach Renovierung: „Arbeit ist nicht fertig“

Der Bischof erinnerte an den Aufruf von Papst Franziskus zu einem neuen Aufbruch: „Uns Bischöfen sagte er beim Ad Limina-Besuch, es gebe nach seinem Eindruck in Österreich viel Gutes, aber wir dürften nicht damit zufrieden sein, zu bewahren, was in der Vergangenheit entstanden ist, wir dürften auch nicht einfach zusehen, wie die Schar der Gläubigen Jahr für Jahr abnimmt. Er sprach davon, es sei notwendig, eine missionarische Kirche zu werden.“

Deswegen habe ein tausendjähriges Jubiläum hat „auch etwas Forderndes an sich“. Dass das Bauwerk saniert, die Schäden behoben und die Farben aufgefrischt wurden, sei ein „Anlass zu Dankbarkeit und Freude“, so Küng, „aber fertig ist die Arbeit nicht.“ Das Jubiläum wie auch die erfolgreich durchgeführte Renovierung seien ein Auftrag: „Wir sollen Vertrauen haben. Gott verlässt die Seinen nicht. Aber Gott will, dass wir mittun.“ Papst Franziskus werde nicht müde zu betonen, dass „die Sendung der Kirche eine Aufgabe aller ist“. Es dürfe uns nicht gleichgültig lassen, wenn Menschen an unserer Seite den Weg zur Kirche nicht finden, Christus nicht erkennen oder so leben, als ob es Gott nicht gäbe.

Predigt im Wortlaut