Bischof Küng: Weg zur Kirchenerneuerung führt über Familie

Trumau, 29.01.2014 (KAP/dsp) Starke Impulse für die Erneuerung der Familienpastoral in den heimischen Diözesen erhofft sich Bischof Klaus Küng von den anstehenden vatikanischen Bischofssynoden im Herbst 2014 bzw. 2015. Es müsse noch viel deutlicher werden, dass der Familie für das christliche Leben eine zentrale Bedeutung zukommt. Die Familie sei "die wichtigste Schule des Lebens, des Liebens und des Glaubens", so Küng wörtlich im "Kathpress"-Gespräch. Der Weg zur Erneuerung der Kirche führe über die Familie. Das sei auch schon bei der letzten vatikanischen Bischofssynode zur Neuevangelisierung von vielen Teilnehmer unterstrichen worden.

Der Bischof Küng, der zugleich in der Bischofskonferenz für Familienfragen zuständig ist, äußerte sich am Rande einer Familientagung am vergangenen Wochenende im Internationalen Theologischen Institut Trumau (ITI).

Die Ergebnisse der jüngsten päpstlichen Umfrage zu Ehe und Familie hätten gezeigt, wie schwierig es sei, "heute in Mitteleuropa als christliche Familie zu leben", so Küng. Freilich gebe es auch Hoffnung. Der Bischof verwies auf eine vom kirchlichen "Institut für Ehe und Familie" im Rahmen der päpstlichen Umfrage durchgeführten eigenständigen Umfrage zum Thema. Die ca. 430 Rückmeldungen hätten gezeigt, dass es in ganz Österreich Ehepaare bzw. Familien gibt, die sich sehr bewusst um eine christliche Lebensführung bemühten.

Eines sei jedenfalls klar, so der Bischof: Die Erneuerung der Familienpastoral müsse ganz wesentlich von den Familien selbst ausgehen und getragen werden. Dazu müssten diese aber auch ausgebildet und dazu befähigt werden. Weiters brauche es auch eine verbesserte kirchliche Ehevorbereitung, so Küng: "Das sind große Herausforderungen für die Kirche in den kommenden Jahren."

Für die Reifung des Menschen ist die Polarität von Mann und Frau von äußerster Bedeutung: davon hat sich der Wiener Moraltheologe Matthias Beck bei einem Vortrag zum Thema "Bedeutung der Lebensstationen für ein gelungenes Leben" im Rahmen der Fachtagung "Ehe als Entscheidung und Geschenk" überzeugt gezeigt. Beck wandte sich damit gegen die "geläufige Meinung", Kinder seien in gleichgeschlechtlichen Beziehungen genauso gut aufgehoben, wie in der traditionellen Familie.

Die Fachtagung in Trumau stand unter dem Ehrenschutz von Kardinal Christoph Schönborn. Eröffnet wurde sie vom Wiener Weihbischof Franz Scharl.

Der Wiener Moraltheologe und Bioethik-Experte Prof. Matthias Beck wandte sich gegen die "geläufige Meinung", Kinder seien in gleichgeschlechtlichen Beziehungen genauso gut aufgehoben wie in der traditionellen Familie. Er warnte auch davor, dass vor allem die junge Generation immer mehr das Bewusstsein dafür verliere, was Familie eigentlich ist.

Für die Reifung des Menschen sei die Polarität von Mann und Frau von äußerster Bedeutung ist. Er erschrecke deshalb, wenn immer mehr Jugendliche behaupten würden, es mache keinen Unterscheid, von Muttter und Vater oder von zwei gleichgeschlechtlichen Bezugspersonen aufgezogen zu werden.

Beck kritisierte, dass es keine Langzeitstudien gebe, ob Kinder sich bei zwei Frauen oder zwei Männern genauso wohl fühlten wie bei Vater und Mutter. Er selbst, so Beck, bezweifle dies.

Die Tagung wurde vom ITI Trumau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ehe & Familie veranstaltet. Weitere Referenten waren u.a. Josef Spindelböck von der Phil.-Theol. Hochschule St. Pölten, P. Yuriy Kolasa, Generalvikar für die Gläubigen des byzantinischen Ritus in Österreich und Markus Riedenauer von der Universität Wien.