Bischof Küng im ORF-Interview

Bischof Klaus Küng hat sich am Rande seiner Ansprache zum Karfreitag im ORF-Radio auch zu aktuellen Fragen in der katholischen Kirche geäußert.
Niederösterreich heute 18. April 2014

Bischof Klaus Küng hat sich am Rande seiner Ansprache zum Karfreitag im ORF-Radio auch zu aktuellen Fragen in der katholischen Kirche geäußert. Papst Franziskus habe in seinem ersten Amtsjahr für Aufbruchsstimmung in der Kirche gesorgt, so der Bischof. So könnte es zu einem neuen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen kommen. Von einer Zulassung zur Kommunion wolle er nicht sprechen, so Küng. Grundsätzlich gelte es aber darüber nachzudenken, wie Gläubige in so einer Situation besser unterstützt werden könnten.

Er glaube nicht, dass die Kirche sich entfernen könne "von dem, was im Evangelium steht", sie immer gelehrt habe und lehren müsse, "weil es einfach eine Frage der Unauflöslichkeit der Ehe ist". Das könne man drehen und wenden, wie man wolle, sagte der Bischof. Aber, so Küng: "Wir müssen uns fragen: Wie können wir helfen, damit die Ehe besser gelingt? Zweitens, wenn sie tatsächlich nicht gelingt: Wie können wir den Personen besser beistehen?" In dieser Hinsicht sei man "seit längerem" dran, und er schließe nicht aus, dass es zu Verbesserungen solcher Hilfestellungen kommen werde, sagte der in der Kirche Österreichs für Familienfragen zuständige Referatsbischof.

Angesprochen auf den Reformprozess in der Diözese St. Pölten, der ähnlich wie in Wien, "nur etwas stiller", gerade im Gange sei, meinte Küng: "Da haben wir zum Beispiel in der Diözese im Waldviertel das Problem der Abwanderung. Da sind einige Pfarren ganz klein geworden. Es gibt Orte mit bis zu 50 Prozent Abwanderung in den letzten 30 Jahren - da muss man sicherlich Schritte setzen."