Bischof Küng: Gelebtes Christentum ist Voraussetzung für Verkündigung

Bischof Küng: Gelebtes Christentum ist Voraussetzung für Verkündigung

St. Pölten, 26.06.2014 (dsp) „Der heilige Josemaría Escrivá spornte dazu an, verbunden mit Jesus mutig auf alle Menschen zuzugehen und sich angstfrei in allen Bereichen der Gesellschaft zu bewegen“, so Bischof Klaus Küng bei einem Gedenkgottesdienst im St. Pöltner Dom über den Gründer des Opus Dei. „Der Herr ist mit Dir“, habe Escrivá als Bestärkung mitgegeben und habe damit so wie Papst Franziskus zu einem neuen missionarischen Einsatz ermutigt.

Der Papst hoffe für die ganze Kirche einen neuen Aufbruch und betone, dass dies die Aufgabe aller ist, so Bischof Küng. Dabei müssten alle mittun, wobei es oft gar nicht so sehr auf viele Worte ankomme. Das Beispiel eines wahrhaft christlichen Lebens sei das Wichtigste, „damit sich das Licht Christi von neuem in den Familien, am Arbeitsplatz, in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft ausbreitet“. Diese Aussagen von Franziskus würden auch dem entsprechen, was der heilige Josefmaría seit der Gründung des Opus Dei im Jahr 1928 gelehrt habe.

Escrivá sei sehr früh die Einsicht zuteil geworden, welches die Voraussetzungen seien, damit sich die Botschaft des Evangeliums gerade auch unter den Gegebenheiten einer weitgehend säkularisierten Gesellschaft ausbreiten könnten: „Nötig sind vor allem wahrhaft gelebtes Christsein, Nachfolge Christi mitten in der Welt, untrennbar verknüpft mit einer ehrlichen Sorge um die anderen, auch um die Entwicklung in der Gesellschaft und in der Kirche.“ Das Gedächtnis des heiligen Josefmaría in Ehren zu halten bedeute, zu einem konsequenten Christsein in den eigenen Lebensumständen und Aufgaben sowie zum Einsatz im Sinne einer tatkräftig gelebten christlichen Verantwortung bereit zu sein.

Der heilige Josefmaría habe gerade in der „Schule des Leidens“ gelernt, wie durch Leiden die Verbundenheit mit Jesus vertieft und Gott als Vater erfahren werde. Inmitten der Traurigkeit habe er plötzlich verstanden, wie nahe ihm Gott war. Damals sei das Bewusstsein der Gotteskindschaft zu einem grundlegenden Wesenszug in der Spiritualität des Opus Dei geworden. Weiters betonte Bischof Küng: „Es gehörte zu Escrivás ständiger Bemühung, allen, die ihm begegneten, dazu anzuhalten, mit Jesus so zu verkehren, wie die Jünger mit ihm verkehrten.“ Hier sei die persönliche Vertrautheit des Heiligen mit Jesus fast wie zum Greifen spürbar. Zu dieser Begegnung mit Christus rief auch der St. Pöltner Diözesanbischof auf.

Foto: P. Terentius Gizdon, Bischof Klaus Küng, Bischofssekretär Fritz Brunthaler, Prof. Josef Kreiml.