Bischof Küng: Diözese verstärkt Flüchtlings-Engagement

Diözesanbischof DDr. Klaus Küng

St. Pölten, 29.11.2014 (dsp/KAP) Bischof Klaus Küng hat ein verstärktes Engagement seiner Diözese für Flüchtlinge angekündigt. "Angesichts der dramatischen Entwicklung im Bereich der Asylwerber haben wir den Beschluss gefasst, uns hier stärker zu engagieren", erklärte Küng in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Austria Presseagentur (APA) zum Adventbeginn.
Das Interview im Wortlaut

Während Flüchtlingsbetreuung im St. Pöltner Diözesangebiet bisher vor allem Aufgabe der evangelischen Diakonie gewesen sei, wolle sich aufgrund der aktuellen Situation auch die Caritas hier stärker engagieren, die sich bisher vor allem der Betreuung von Menschen mit Behinderten gewidmet hatte. Vor kurzem seien deshalb erneut alle Pfarren aufgefordert worden, Unterbringungsmöglichkeiten anzubieten. Küng: "Es steht bereits eine ganze Reihe von konkreten Angeboten, das heißt wir sind dabei."

Angesichts der anstehenden Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes warnte Küng vor einer Vernachlässigung der Würde des Menschen durch Nutzung aller medizinisch machbaren Möglichkeiten. Im Namen einer Fortschrittlichkeitsgläubik würden - durch die Zulassung von Samenspenden für In-vitro-Fertilisation, Eizellspende und Präimplantationsdiagnostik - eine ganze Reihe von Problemen und Leiden geschaffen, allen voran für die als Spenderinnen oft unter Druck stehenden Frauen.

Kinder würden zudem immer mehr zu einem Produkt der Fortpflanzungsindustrie. "Arme Kinder, die nicht wissen, wer ihr Vater oder ihre Mutter ist! Arme Gesellschaft, die zu vergessen scheint, dass die Familie auf der Grundlage der Ehe zwischen Mann und Frau die Keimzelle ist, in der Liebe und Verantwortung am besten gedeihen", so der Bischof.

Als "richtige Aufbruchsstimmung" bezeichnete Küng die angekündigte Teilnahme vieler Pfarren beim St. Pöltner Bibelprojekt "Bibel.bewegt", das am ersten Adventsonntag startet. Trotz einer starken Kommerzialisierung des Advents in den vergangenen Jahren sei weiterhin bei vielen Menschen große Sehnsucht nach einer "frohen Weihnacht" spürbar - etwa an den Rorate-Frühmessen in den Pfarren.

Das Interview im Wortlaut