Ausbau regionaler Pilgerwege schreitet voran

Pilgern ist "in" - immer noch. So hat der Pilger-Boom der vergangenen Jahre inzwischen zu einer Vitalisierung zahlreicher Pilgerstrecken auch in Österreich und zu einem Ausbau der Pilgerangebote geführt. Jüngste Beispiele: Der "Mostviertler Jakobsweg" sowie der "Weinviertler Bibelweg".

Der "Mostviertler Jakobsweg", der von Stift Melk bis Mauthause führt, ist bereits mit gelben Tafeln und der für den Jakobsweg obligatorischen Muschel gekennzeichnet. Neu erstellt wurden nun detaillierte Pilgerkarten und selbst Apps für Smartphones und Tablet-PCs sollen in Kürze folgen, wie der zuständige Projektleiter des "Tourismusverbandes Moststraße", Peter Brandstetter, gegenüber "Kathpress" erläuterte.

Österreichs wichtigster Jakobsweg führt, aus Budapest und dem ostslowakischen Kosice kommend, von Wolfsthal über Schwechat, Wien, die Wachau, Linz und Salzburg zum Jakobsdom nach Innsbruck. Ein weiterer Weg südlich davon mündet ebenfalls in der Tiroler Hauptstadt, gelangt dorthin jedoch von Graz aus über Marburg, Villach, Lienz, Brixen und den Brenner. Die weitere gemeinsame österreichische Route führt über Arlberg nach Feldkirch und weiter nach Maria Einsiedeln.

Auf den Weg durchs Weinviertel haben sich jüngst rund 60 Pilger der Erzdiözese Wien unter Leitung des Wiener Weihbischofs Stephan Turnovszky gemacht. In fünf Tagesetappen geht es - ausgehend vom Bildungshaus Großrußbach - durch das Wiener Vikariat Unter dem Manhartsberg. Das Projekt "Weinviertler Bibelweg" hat 2003 unter dem Namen "Weinviertler Pilgerweg" begonnen und wurde 2013 umbenannt. Im Rahmen der Pilgerwanderungen wurden bereits 180 Pfarren besucht.

Besonders viele Pilgeraktivitäten gibt es dieses Jahr in Tirol, wo der 50. Geburtstag der Diözese gefeiert wird. Aus über acht verschiedenen Routen in Nord-, Süd- und Osttirol starteten beispielsweise Gruppen in Richtung des Innsbrucker Jakobsdoms, wo sie Ende Juli mit Bischof Manfred Scheuer einen Pilgergottesdienst feierten.

Eine jüngst aufgelegte Broschüre erschließt außerdem die Pilgerstrecken zu den "Jakobskirchen in Kärnten, Slowenien und Friaul". Die gleichnamige Publikation der Pressestelle der Diözese Gurk stellt 27 Jakobskirchen in der Dreiländerregion vor und gibt einen Überblick über den Verlauf der Routen des Jakobsweges in dieser Region.

Österreich als Pilgerland

Seit rund zwei Jahren existiert bereits eine eigene "Pilger-Landkarte", die Österreich als Pilgerland eindrucksvoll ausweist. Verzeichnet sind sämtliche bedeutenden Pilgerwege, die durch Österreich führen. Darunter finden sich die Via Sacra von Wien nach Mariazell, die über den Arlberg führenden verschiedenen Varianten des Jakobsweges, die neu angelegte Via Nova von Tschechien nach St. Wolfgang im Salzkammergut, die Hemma-Pilgerwege in Kärnten und viele mehr.

Besonders hervorgehoben sind auf der Karte Wallfahrtskirchen und Stifte bzw. Klöster, die Ziele oder aber Zwischenstationen bilden. Besonders deutlich wird die herausragende Stellung von Mariazell als wichtigstem Wallfahrtsort Österreich, an dem viele Wege - auch im Ausland beginnende - zusammenlaufen.

Grenzüberschreitende Pilgerwege zwischen Bayern, Salzburg und dem Donauraum ermöglicht und erläutert eine Seit Ende Juli ans Netz gegangene neue Website. Unter www.erzbistum-muenchen.de/pilgerwege finden Interessierte eine Karte mit dem Verlauf von Jakobswegen, überregionalen und regionalen Pilgerwegen sowie Links zu näheren Informationen und Wegbeschreibungen.

Spürbar ist im Pilgerwesen zudem auch eine zunehmende Professionalisierung: 17 Personen aus Österreich und Bayern absolvieren derzeit in Salzburg einen Lehrgang zum Pilgerbegleiter, um eines Tages Gruppen organisatorisch und spirituell auf den heimischen Pilgerwegen zu begleiten.

Weitere Infos zum Thema Pilgern unter www.pilgerwege.at

(KAP)