Anselm Grün: Franziskus spricht die Sprache Jesu

Papst Franziskus entspricht nach Ansicht des Benediktinerpaters Anselm Grün in seiner Ausdrucksweise der von Jesus. "Der Papst spricht keine moralisierende Sprache, aber auch keine Kuschelsprache, die uns einlullt", schreibt der Bestseller-Autor in der aktuellen Ausgabe der Klosterzeitschrift "Ruf in die Zeit". "Wenn Jesus harte Worte gesagt hat, dann wollte er den Menschen immer die Augen öffnen, dass sie sich der Wirklichkeit stellen und sich von irgendwelchen Illusionen verabschieden."

Die Sprache von Franziskus sei ebenso gewinnend und zugleich herausfordernd, so Grün weiter. "Er macht kein schlechtes Gewissen mit seinen Worten, sondern er rüttelt wach." Außerdem verwende der Papst immer wieder treffende Bilder, etwa das von der verbeulten Kirche oder jenes von der Kirche als Feldlazarett. Dieses einfache Bild klinge harmlos, schreibt der bekannte Benediktinerpater. "Aber es wischt die feierlichen Worte von der Kirche als Volk Gottes, oder von der Kirche als dem Haus voller Glorie einfach vom Tisch."

(KAP)