"Aktion Leben": Stöger-Aussagen zu Abtreibungen "einseitig und zynisch"

Den Vorstoß von Gesundheitsminister Alois Stöger, Abtreibungen in ganz Österreich in öffentlichen Krankenhäusern durchzuführen, bewertet die "Aktion Leben" als "einseitig und zynisch". Stöger könne keine Ärztin und keinen Arzt zwingen, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen.

Diese österreichweit möglichst billig anzubieten, könne nicht das Ziel einer verantwortungsvollen Gesundheitspolitik sein, kritisierte "Aktion Leben"-Präsidentin Gertraude Steindl in einer Aussendung am Montag. Sie forderte Stöger auf, stattdessen konkrete Vorschläge zu machen, wie Schwangerschaftsabbrüche weitestgehend vermieden werden könnten.

Steindl warf dem Minister u.a. Dialogverweigerung vor: "Obwohl es keinen vernünftigen Grund dagegen gibt, verweigert Stöger beharrlich eine Statistik über Schwangerschaftsabbrüche." Das Gespräch über dieses Thema und über die entsprechend "Aktion Leben"-Bürgerinitiative "Fakten helfen!" lehne er bisher ab. Für die "Aktion Leben" unverständlich, denn er ignoriere damit langjährige Erfahrungen einer professionellen Schwangeren-Beratungsstelle und fundiertes Wissen über die Notlagen schwangerer Frauen.

Die von der "Aktion Leben" initiierte parlamentarische Bürgerinitiative basiere auf der Überzeugung, dass "Prävention oberste Priorität" haben müsse. Als Basis für jegliche Maßnahme im Umgang mit Konfliktschwangerschaften sei eine seriöse Statistik und wissenschaftlich fundierte Motivenerforschung erforderlich. Steindl: "Wir müssen endlich auch in Österreich wissen, wie viele Schwangerschaftsabbrüche es jährlich gibt und warum."

Die "Aktion Leben"-Präsidentin verwies auf andere europäische Länder, in denen es erklärtes Ziel der jeweiligen Regierungen sei, die Zahl der Abtreibungen möglichst gering zu halten. Eine anonyme Statistik und kontinuierliche Erhebung der Motive von Schwangerschaftsabbrüchen werde dort anders als in Österreich als wichtig erachtet.

Die "Aktion Leben" könne "nicht nachvollziehen", dass sich Minister Stöger gegenüber sinnvollen Vorschlägen für Präventivmaßnahmen "total verschließt, wo er sich doch in anderen Bereichen für Vorsorgemedizin stark macht". Dem Gesundheitsminister werde daher "nochmals mit Nachdruck" angeboten, die Bürgerinitiative "Fakten helfen!" vorzustellen.

(Informationen zur Bürgerinitiative: www.fakten-helfen.at)

(KAP)