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200 Jahre Stiftsgymnasium Seitenstetten ermöglichte vielen armen Kindern qualifizierte Bildung

200 Jahre Stiftsgymnasium Seitenstetten ermöglichte vielen armen Kindern qualifizierte Bildung

Seitenstetten, 22.03.2014 (dsp) Beim Benediktus-Fest im Stift Seitenstetten wurde heute das 200-jährige Bestehen des Gymnasiums als öffentliche Schule gefeiert. Die Schule kann auf viele prominente Absolventen verweisen: der vormalige Bundeskanzler Julius Raab, der frühere Außenminister Alois Mock, der langjährige St. Pöltner Bischof Franz Zsak oder der Zweite NÖ-Landtagspräsident Johann Heuras oder der jetzige Weihbischof Anton Leichtfried.

Landtagspäsident Heuras betonte in seiner Ansprache, das Stiftsgymnasium habe Tausende Menschen zu starken Persönlichkeiten gemacht. Hier gehe es nicht einfach um die Ausbildung zu einem Job, sondern um die Qualifizierung fürs Leben. Darum sei es eine erfolgreiche Geschichte. Hier werde eine Struktur gelehrt, die auf Basis von Toleranz und Werten beruhe. Das Benediktinerstift sei seit 900 Jahren das geistliche und kulturelle Zentrum der Region, seit 200 Jahren sei es auch ein bedeutsames Bildungszentrum. Schule müsse nicht jedem und jeder die gleichen Chancen geben, sondern viel mehr Chancen. Dabei solle für alle das rechte Maß gefunden werden. Vielfalt und Differenzierung in der Bildung seien dazu wichtige Träger.

Das Stiftsgymnasium Seitenstetten habe vielen Kindern aus ärmeren Schichten eine fundierte Bildung ermöglichte, so Direktor Josef Wagner. Das zeige schon die große Zahl, die vom Schulgeld befreit gewesen seien. Viele Generationen von Mönchen hätten hochwertige Bildung ermöglicht, darunter seien auch Wissenschaftler gewesen. Wagner verwies beim Fest auf viele weitere Feierlichkeiten zum 200 Jahr-Jubiläum. Hier in Seitenstetten werde Wert auf „Herzensbildung“ gelegt.

„Die besten Wissenschaftler wurden in der Geschichte stets von Rüstungskonzernen angeworben“, erzählte Weihbischof Leichtfried in der vollen Stiftskirche. Daher solle man sich fragen, wofür die eigene Intelligenz, die Talente und Fähigkeiten eingesetzt werden. Das Seitenstettner Stiftsgymnasium biete dafür eine gute Wertebasis. Klar sei: „Jede und jeder kann ein Segen sein.“ Alle könnten Mitmenschen einen Segen wünschen: vom Sympathischen bis zum Unsympathischen. Das würde vielleicht diese Mitmenschen nicht erkennbar ändern, jene, die segnen dagegen schon, weil sich die Haltung wandle.  Leichtfried erinnerte weiters daran, dass der heilige Benedikt seit 1500 Jahren Wirkkraft habe und Patron Europas ist. Er habe sich viel mit der Frage nach dem rechten Maß beschäftigt. Dieses könne man finden, wenn man bereit sei, lebenslang zu lernen. Lernen hieße auch, „durchlässig für das Wirken Gottes werden“.

Am Stift war früher auch das bischöfliche Knabenseminar angegliedert, vielen wurde damit aus der ländlichen Region und aus ärmeren Schichten Bildung ermöglicht. Die Gründung eines Gymnasiums im Stift Seitenstetten erfolgte unter Abt Kolumban Zehetner. Auf ein Gesuch des Abtes 1814 wurde das Stiftsgymnasium zu einem öffentlichen Gymnasium erhoben. 1866 wurde die Schule zu einem Obergymnasium erweitert, 1870 maturierten die ersten Schüler. 1972 wurde das Gymnasium für Mädchen geöffnet. Derzeit lernen 370 Jugendliche am Stiftsgymnasium, im nächsten Schuljahr rechnet man mit 400.

Den Festgottesdienst, den Weihbischof Leichtfried zelebrierte und Seitenstettens Abt Petrus Pilsiner sowie der Propst von St. Florian, Johannes Holzinger, konzelebrierten, umrahmten hundert Schüler, Absolventen und Professoren musikalisch.