18.400 Unterschriften für Bürgerinitiative "An der Hand"

Der Petitionsausschuss des Parlaments hat das Zwischenergebnis von 18.400 Unterzeichnern der Bürgerinitiative (PBI) "An der Hand" entgegengenommen. Bis Mitte September kann die Bürgerinitiative auf der Webseite des österreichischen Parlaments weiterhin unterstützt werden, wozu u.a. zahlreiche kirchliche Persönlichkeiten und Organisatoren aufgerufen haben.

Mit der Bekanntgabe des Zwischenergebnisses warnte Erstunterzeichnerin Gudrun Kugler ausdrücklich vor "belgischen Verhältnissen" in Österreich. Belgien erlaubte heuer bekanntlich die Euthanasie von Kindern. In Österreich dagegen gibt es einen stabilen politischen Konsens für die bestmögliche Begleitung am Ende des Lebens und gegen Tötung auf Verlangen oder Beihilfe zum Selbstmord. "Damit dies auch so bleibt", fordert die parlamentarische Bürgerinitiative "An der Hand" die Verankerung der österreichischen Rechtslage in der Verfassung und eine flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung, zudem die weitere Erforschung und Entwicklung der Palliativmedizin und die Sicherstellung einer angemessenen häuslichen Pflege.

Initiatorin Kugler - Juristin und politisch engagierte Mutter von vier Kindern - erklärte nach der Übergabe der Unterschriften die Motive der PBI: "Die häufigsten Gründe für den Wunsch zu sterben sind Sinnlosigkeit und Angst vor Entwürdigung." Daran sei erkennbar, wie wichtig entsprechende Rahmenbedingungen in der letzten Phase des Lebens sind. Kugler berief sich auf die in Wien tätige Palliativmedizinerin Athe Grafinger: "In der überwiegenden Mehrheit der Fälle heißt 'Ich will nicht mehr leben' nur 'Ich will so nicht mehr leben'. Mit guter Palliativbetreuung schwindet der Wunsch, nicht mehr leben zu wollen."

Einer der Berater der Initiative, der in Oberösterreich tätige Psychiater Christian Spaemann, meinte zur oft postulierten Autonomie des Leidenden: "Der Wille des Menschen ist nie autonom. Er ist immer kontext-abhängig." In den Niederlanden dauert es vom ausdrücklichen Wunsch nach Beihilfe zur Selbsttötung bis zur Tötung nicht lange, wie die PBI-Betreiber hinweisen: In 13 Prozent der Fälle von Tötung auf Verlangen liege zwischen Wunsch und Todeseintritt weniger als ein Tag, in 35 Prozent der Fälle erfolge der Tod zwischen einem Tag und einer Woche später. Kuglers Resümee: "Die letztendliche Entscheidung über Leben und Tod liegt nicht in unserer Hand. Niemand könnte diese Verantwortung tragen. Für Liebe, Fürsorge und Begleitung auf dem letzten Weg können und müssen wir aber bereit sein."

Neben anderen prominenten Befürwortern wie Seniorenbundobmann Andreas Khol sprach sich auch die Österreichische Bischofskonferenz bei ihrer jüngsten Vollversammlung für die Unterstützung der Bürgerinitiative aus.

Die parlamentarische Bürgerinitiative gegen Euthanasie "An der Hand" kann noch bis Mitte September von allen Wahlberechtigten unterstützt werden (www.parlament.gv.at/SEC/Zustimmen.shtml?gpCode=XXV&ityp=BI&inr=48 oder www.keineEuthanasie.at).

(KAP)