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Kirchenfinanzierung: "Wir haben geordnete Verhältnisse"

Diözesanbischof DDr. Klaus Küng

Wien, 09.11.2013 (dsp) "Wir haben geordnete Verhältnisse. Die Kirche hat die nötige Freiheit und Selbstständigkeit für die Entfaltung ihrer Arbeit": Mit diesen Worten hat Bischof Klaus Küng am Samstag die Vorteile des österreichischen Modells des Kirchenbeitrags dargelegt. Es sei "stabil und funktionierend", wenn auch nicht problemlos: Der Bischof erwähnte als Beispiel die Beitragsvorschreibung als Anstoß zum Kirchenaustritt. In anderen Ländern wie Italien falle "der Druck weg, aus finanziellen Überlegungen auszutreten". Freilich gebe es auch in vielen anderen Ländern einen "starken Erosionsprozess", auch wenn dort kein formaler Austritt vor dem Staat existiere, sagte Küng.<--break-><--break->

Bischof Küng sprach im Rahmen einer Tagung an der Universität Wien zum Thema "Wenn das Geld im Kasten klingt", die das Institut für Kirchenrecht unter dem Eindruck der Finanzaffäre in der Diözese Limburg am Freitag und Samstag veranstaltet. In seinen Ausführungen zur Kirchenfinanzierung" legte Küng, in der Österreichischen Bischofskonferenz auch Vorsitzender der Finanzkommission, Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle dar, wie die Kirche zu den für ihr Wirken notwendigen Mitteln kommt. Ein System freiwilliger Spenden wie in den USA zwinge Priester viel zu oft dazu, "vom Geld zu reden". Sympathie bekundete Küng für das "italienische Modell", bei dem die Bürger die allen obliegende Kultursteuer auch kirchlichen Einrichtungen zukommen lassen können. Ob ein "Systemwechsel" zu einer solchen Zweckwidmung allerdings derzeit politisch umsetzbar sei, wisse er nicht, so Küng.


Zum jetzigen Zeitpunkt sei das heimische Kirchenbeitragsystem das zweckmäßigste, es stelle die Unabhängigkeit der Seelsorge sicher. Über abgewandelte Formen müsse man aber hinkünftig nachdenken, die den pastoralen Gegebenheiten eventuell besser entsprächen. Ganz gleich, welches Finanzierungsmodell langfristig komme - an erster Stelle muss nach den Worten Bischof Küngs die Glaubenserneuerung stehen. Denn: "Wer überzeugter Christ ist, wird auch zur Unterstützung der Kirche bereit sein."


"Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegfeuer springt": Diesen Spruch, 1482 von der Universität Sorbonne zur Förderung der Stiftungstätigkeit der Gläubigen in Umlauf gesetzt, platzierten die Veranstalter vom Wiener Institut für Kirchenrecht auf der Einladung zur der Tagung. Fachleute erörterten dabei Kirchenfinanzierungsmodelle in Europa und darüber hinaus, kirchenrechtliche Aspekte und auch kritische Ansätze angesichts des Anspruchs an eine "arme Kirche".