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Hunderte NÖ-Jugendliche beim „Tag des Lehrlings“ in Wien

Plakat "Tag des Lehrlings"

Wien, 28.05.2013 (dsp/KAP) Zum 25-Jahr-Jubiläum des "Tages des Lehrlings" kamen über 620 Berufsschüler in den Wiener Stephansdom, darunter über 400 aus Niederösterreich und knapp die Hälfte davon aus der Diözese St. Pölten. Kardinal Christoph Schönborn feierten mit den Jugendlichen einen Wortgottesdienst. Nach dem Mittagessen im Erzbischöflichen Palais wurden berufsspezifische Programmpunkte im Stephansdom geboten. Der "Tag des Lehrlings" stand unter dem Ehrenschutz von Kardinal Schönborn und dem St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng.

Die auf eine Initiative der Religionslehrer in den Berufsschulen in Wien und Niederösterreich zurückgehende Veranstaltung ist die älteste Lehrlingsinitiative Europas.

Genauso wie es keinen Dom gäbe ohne Arbeit und Fähigkeiten der Handwerker, genauso brauche die Gesellschaft insgesamt das Können des Handwerks: "Eine Gesellschaft kann nur bestehen, weil Menschen etwas erlernen und zum Einsatz bringen, was man mit den Händen und natürlich mit Herz und Hirn kann", würdigte Kardinal Schönborn die österreichweit 125.228 Lehrlinge.

NÖ-Lehrlinge brachten ihre jeweiligen Gaben

"Die Lehrlinge brachten ihre Gaben aus der Arbeitswelt in den Dom. Der 'Tag des Lehrlings' ist damit ein großes Ausrufezeichen, das die tolle Leistungen der Lehrlinge aufzeigt und sie in ihrem Tun bestärken soll", so Christian Romanek, Gesamtkoordinator der Veranstaltung. Alles wurde von den Lehrlingen selbst gefertigt: Die Brote kamen von den Lehrlingen aus Baden, die Plakate stellten St. Pöltner Landesberufsschüler her, Jugendliche aus Neunkirchen stellten Schlüsselanhänger als Geschenke für die Teilnehmer her, jene aus Waldeg bekochten ihren Kollegen mit Gulasch- und Gemüseeintopf und die Steinmetz-Lehrlinge aus Schrems überreichten Kardinal Schönborn eine selbstgefertigte Marienstatue.

Das Nachmittagsprogramm wurde den Stephansdom als umfassende Arbeitsstätte für die unterschiedlichsten Berufsgruppen in den Blick genommen: Dombauhütte, Dachstuhl bis hin zu Messgewändern erfordern verschiedenstes handwerkliches Können und wurde den Berufsschülern - u.a. im Beisein des Dombaumeisters - vorgestellt.

Den traditionellen Abschluss bildete eine kurze Andacht mit anschließender Verteilung von Pilgerabzeichen in Form von Schlüsselanhängern für Einkaufswagen, auf denen die Silhouette des Domes eingraviert ist. "Bei diesen Abzeichen wird bewusst auf Praktisches zurückgegriffen, denn solches behält man, es soll ein positiver Anker sein, der die gemeinschaftliche Feiern in Erinnerung ruft", so Romanek, der zugleich auch den Gedanken der Solidarität im Festefeiern betonte: "Wir stellten auch das soziale Engagement etwa jener Lehrlinge in den Mittelpunkt, die in Mexiko und Rumänien Berufsschulprojekte unterstützen und zur aktiven Mitarbeit sogar in diese Länder fahren".

Bis zu 90 Prozent der Lehrlinge im Reli-Unterricht - freiwillig

Einen wesentlichen Grund für den Erfolg der ältesten Lehrlingsinitiative Europas sieht Romanek im Religionsunterricht an den Berufsschulen: "Der Religionsunterricht ist wirklich ein Hit. Obwohl er freiwillig ist, liegt die Beteiligung in Niederösterreich bei 70 bis 90 Prozent", so der Koordinator des Lehrlingstages. Viele Religionslehrer hätten zugleich auch eine Coaching-Ausbildung, würden wichtige seelsorgende Funktionen übernehmen und seien gegebenenfalls auch "eine Art Krisenfeuerwehr und Ansprechpartner bei existenziellen Fragen, Ängsten, Nöten und Hoffnungen".

Foto: Schremser Steinmetz-Lehrlinge überbrachten Kardinal Schönborn eine selbstgefertigte Marienstatue.