Freude in der Diözese St. Pölten über gleich 14 Diakonenweihen

Freude in der Diözese St. Pölten über gleich 14 Diakonenweihen

Melk, 19.09.2013 (dsp) Gleich 14 Kandidaten werden am Sonntag, 22. September (15 Uhr), im Stift Melk von Bischof Klaus Küng zu Ständigen Diakonen geweiht. „Es ist ein starkes Glaubenszeichen, dass aus allen Regionen der Diözese Männer eine Berufung zum Dienst am Altar und zum Dienst am Mitmenschen und an Gott verspüren.“

Beim Fest in der Melker Stiftskirche werden rund 1000 Angehörige, Freunde und Gemeindemitgliedern aus den Pfarren der Kandidaten erwartet. Diese absolvierten unter der Leitung von Bischofsvikar Franz Schrittwieser eine dreijährige Ausbildung. Vor vier Jahren war die letzte Weihe für Ständige Diakone der Diözese St. Pölten. Zusätzlich zu den 14 gab es heuer bereits zwei Diakonenweihen: Franz Dangl, der auf dem Weg zum Priestertum ist, und der Seitenstettner Benediktiner Andreas Tüchler (siehe Foto). Die Kandidaten bringen unterschiedliche Lebenserfahrungen mit und kommen aus verschiedenen Berufen: vom ORF-Kameramann über Pastoralassistenten bis hin zu IT-Experten.

Johann Braunshofer

Neuhofen/Ybbs
(Dekanat Amstetten)

Geboren 1957, Heimatpfarre Neuhofen/Ybbs, Verheiratet, 2 Kinder, Beruf Landwirt 
Eigentlich möchte ich so wie bisher in meiner Pfarre weiter mitarbeiten. Ich in ehrenamtlich tätig, wo man mich braucht. Ständiger Diakon möchte ich werden, weil ich dafür eine Berufung spüre und ich will künftig in Absprache mit unserem Pfarrer auch in der Liturgie mitwirken.
 Willian Leonicio Rivadeneira Caldas
Euratsfeld (Dekanat Amstetten) Geboren 1964 in Ecuador, seit 1996 in Österreich; verheiratet, drei Kinder, umfangreiche Erfahrungen im Sozialbereich, Beruf: Religionslehrer  
Mein Lebensschwerpunkt in Ecuador lag in der Pastoral- bzw. in der Sozialarbeit. Später arbeitete ich im Sozialministerium und danach in einer Nichtregierungsorganisation, mit verschiedenen Sozialprogrammen: Arbeit mit Kindern auf der Straße, Kinderhortbetreuung, u.a. Als ich nach Österreich kam, war für mich wichtig, eine Arbeit im Sozialbereich zu finden, denn nur dort kann ich meine Ideologie und Lebenshaltung verwirklichen. 1998 bis 2008 arbeitete ich bei Caritas St. Pölten in einem Wohnheim für schwerstbehinderte Erwachsene Menschen, was mir viel Freude bereitete. Jetzt arbeite ich das fünfte Jahr als Religionslehrer und ich spüre noch immer den Wunsch, in der Pastoral zu arbeiten.
Hermann Dornhackl
Sallingberg (Dekanat Zwettl) Geboren 1958, verheiratet, 2 Kinder, viele Tätigkeiten in der Pfarre, Beruf: Angestellter bei der NÖ-Landwirtschaftskammer  
Ich hatte das Gefühl, dass viele (ältere) Menschen, aber auch die Jugend, in unserer schnellebigen und sich rasch ändernden Zeit nach Halt und Geborgenheit suchen. So begannen wir bereits in den neunziger Jahren mit der Erneuerung unserer Pfarre indem wir Wallfahrten, Pfarrkaffees aber auch die kirchlichen Feste organisierten. So entstand mit dem Pfarrzentrum ein wichtiger Mittelpunkt in unserer Pfarre, der für viele Menschen, auch für jene die nicht unbedingt der Kirche nahestehen, als ein Ort der Begegnung.
Mag. Gottfried Fischl
Pfarre Stephanshart (Dekanat Amstetten) Geboren 1963 in St.Oswald im Yspertal, verheiratet und wohnhaft in der Pfarre Stephanshart, 3 Töchter und 2 Enkelkinder; Unterrichtstätigkeit am BG/BRG Amstetten (Religion, Mathematik und Informatik)
Mit dem Dienst als Diakon möchte ich mithelfen, dass viele Menschen die Kirche als eine Gemeinschaft erleben, in der Vertrauen, Vergebung und Hilfe erfahrbar sind.
Friedrich Fürst
Großgerungs (Dekanat Zwettl) Geboren 1956, verheiratet, drei Kinder, Beruf: Wirkt in Arbesbach als Pastoralassistent
 Schon bei meiner pastoralen Tätigkeit in den letzten sieben Jahren durfte ich die frohe Botschaft Jesu vielen Menschen näher bringen und bin dafür sehr dankbar. Ich denke, dass es in Zeiten der immer größer werdenden Pfarr- und Seelsorgeräumen wichtig ist, "nahe bei den Menschen zu sein“ (Zitat Papst Franziskus). Das hat mich dazu bewogen, den Dienst des Diakons anzutreten. Aus meiner Sicht hat der Diakon als Diener und Repräsentant der caritativen, dienenden Kirche eine besondere Aufgabe. Mir geht es nicht um das Amt und die Einordnung in die Hierarchie der Kirche, sondern um die besondere Form der Nachfolge Christi in diesem Amt herauszuarbeiten und selbst zu finden. Es dient nicht mir, es dient Christus und seiner Kirche. Besonders wichtig ist mir, als Ehemann, Familienvater und pastoral tätiger Mensch mit den Anforderungen, Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Menschen vertraut zu sein. Hier im alltäglichen Leben zu helfen, zu ermutigen aber auch zu trösten und die nächsten Schritte zu wagen.
Thomas Hirsch
St. Andrä vor dem Hagental (Dekanat Tulln) Geboren 1970, verheiratet, drei Kinder, organisieren ua. das Pfarrfest uvm., Beruf: ORF-Kameramann
Das Amt des Diakons sehe ich in erster Linie als eines, das die Caritas, die tätige Nächstenliebe verkörpern und leben muss. Der Platz des Diakons ist in meinen Augen eindeutig bei den Armen und Ausgegrenzten. Wenn der Diakon seinen Dienst am Altar verrichtet, so ist er ein lebendiges Zeichen für eben diesen Dienst der Nächstenliebe, der der Dienst des Auferstandenen an den Menschen war und ist. Mit seiner Hilfe und dem Einsatz meiner Kräfte möchte ich das Amt des Diakons würdig und fruchtbringend ausüben.
 Franz Hofmarcher
Purgstall (Dekanat Scheibbs) Geboren 1957 in Scheibbs, verheiratet, 2 Kinder, viele Tätigkeiten in der Pfarre, Beruf: Pädagoge
Einerseits bin ich durch Elternhaus und viele gute Freunde in einer sehr positiven Weise mit und in der Kirche zusammengekommen, von klein auf fühle ich mich aufgehoben und begleitet von dieser Gemeinschaft im Namen Gottes. Zusätzlich motiviert mich die Auseinandersetzung mit den wichtigsten Fragen des Lebens, "Woher komme ich? Wohin gehe ich? Welchen Sinn hat mein Leben?...“ (Kardinal König) . Dazu kommt, dass ich Jesus als Mensch in Wort und Tat überzeugend „glaubwürdig“ empfinde. Ich möchte winzig kleine Bausteine dazu beitragen, dass Gottes Reich jetzt schon anbricht und für die Menschen spürbar wird.
 Gerhard Lembachner    
Heidenreichstein (Dekanat Gmünd) Geboren 1957 in Schrems, Pensionist.
Da ich sehr oft in Medjugorje war, viele Heilige Messen besuchte, entstand eine Sehnsucht nach einem geistlichen Beruf. Zu Hause aber verdrängte ich diese Sehnsucht dann wieder. Ich begann dann als Kommunionspender und Mesner in meiner Pfarre Heidenreichstein. Mit fünfzig Jahren erkrankte ich an Krebs, der auch operativ nicht ganz entfernt werden konnte. Ich wies dann Chemo und Strahlentherapie ab, begann mit Rosenkranzbeten und suchte eine tiefe Beziehung zu Gott. Dadurch fand ich eine alternative Heilmethode und bin bis heute gesund geblieben. Es sind sechs Jahre vergangen. Gott hat mir ein zweites Leben geschenkt. Von da an spürte ich das innerliche Bedürfnis die Ausbildung zum Diakon zu machen.
Ing. Erwin Marchart
Chorherrn (Dekanat Tulln) Geboren 1970, verheiratet, 2 Kinder, Angestellter
2007 unternahm ich eine Pilgerreise nach Medjugorje, wo ich meine Berufung zum Diakon erhalten habe. Ich bin sehr dankbar diesen Weg gehen zu dürfen.
 Dr. Ludger Müller    
St. Pölten-St. Josef (Dekanat St. Pölten) 1952 in Ratingen, Erzdiözese Köln, geboren, Beruf: Professor für Kirchenrecht an der Uni Wien
Als Ständiger Diakon möchte ich meinen Dienst in der Pfarre, der bislang vor allem der Kirchenmusik galt, verstärken und auf den Gesamtbereich von Verkündigung, Liturgie und Diakonie erweitern.
Martin Paral
St. Andrä vor dem Hagental (Dekanat Tulln) Geboren 1971, verheiratet, 2 Kinder, ua. stv. Vorsitzender des Pfarrgemeinderates und zahllose weitere ehrenamtliche Funktionen, Beruf: EDV-Spezialist bei einer Bank
 Warum ich Diakon werde? Diese Frage habe ich schon einmal versucht zu beantworten, und bin gescheitert. Fragt man einen Priester, so wird er hoffentlich als erstes die Berufung nennen. So ist es auch bei mir! Es ist keine Frage des „Warum“ - es ist einfach Berufung! Eine Berufung, die ich seit meiner Kindheit in mir spüre und trage. Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott mich nicht als Priester, sondern eben als Diakon berufen hat mit einer starken Familie und guten Freunden an meiner Seite. Mit diesem Wissen bedarf es keines „Warum“ sondern eines „Danke“ für diese Berufung und einer „Bitte“ für die Kraft, diesen Dienst im Sinne der Nachfolge Jesu ausüben zu können.
Manuel Sattelberger
St. Valentin (Dekanat Haag) Geboren 1981, Heimatpfarre Petzenkirchen; arbeitet als Pastoralassistent in der Pfarre St. Valentin und als Religionslehrer
Warum ich Diakon „werde“? Weil ich den Menschen in der Kirche –und auch außerhalb- dienen will mit meinen Fähigkeiten und Talenten, weil Gottes Ruf zu diesem Dienstamt immer lauter geworden ist, unterstützt von vielen Menschen die mich darauf angeredet und es mir zugetraut haben. Und: Weil die Kirche auch junge Diakone braucht. Ich möchte mein Diakonat in den nächsten Jahren vor allem der Jugend und den Kindern widmen.     
MMag. Dieter Seybold     
Senftenberg (Dekanat Krems) Geboren 1969, umfangreiches soziales und pfarrliches Engagement; Religionslehrer, eigene Buchhandlung
„Was nützt der Glaube, ohne die Tat?“ (Jak 2,14). Diese Frage aus dem Jakobusbrief begegnete mir schon während meines Theologiestudiums und ließ mich seit dieser Zeit nicht mehr los. Vielmehr ist sie für mich zu einer Lebensfrage geworden. Ich kann viel über Glaube wissen, reden und erklären, aber lebe ich auch danach? Als Religionslehrer und Psychotherapeut ist die Glaubensfrage eine fundamentale Frage. Die Begegnung mit Schülern, Eltern und Hilfesuchenden entscheidet sich letztendlich an dieser Frage. Mein Gegenüber merkt sofort, ob ich ein „Fundament der Tat“ habe oder nicht. Dies ist auch der ausschlaggebende Grund, nach jahrelangem Hinhören und Nachdenken, dass ich mich bewusst für das Amt des Diakons entschieden habe. Ich möchte Zeugnis über mein „Glaubens-Fundament“ geben.     
Ludwig Winkler    
 
Unterbergern (Dekanat Göttweig) Geboren 1951 in Bergern, Verheiratet, zwei Söhne, umfangreiches Engagement im kirchlichen Bereich und in der Militärseelsorge, Beruf: Religionslehrer
Bei all meinen Funktionen stellte ich fest, dass „SEELSORGE“ Freude und Erfüllung für mich bringen. Der Kontakt und Umgang mit Menschen aller Altersgruppen war auch in meiner Funktion als Feuerwehrkommandant (25 Jahre) sehr wesentlich und ein Grund für den Weg zum Diakon. Die Verkündigung des Wortes Gottes (Frohbotschaft) und der Dienst am Nächsten können und sollen mein Lebensziel (Berufung) werden. Der letzte Anstoß für diese Entscheidung war unser Abt Columban, der auf Wichtigkeit und Möglichkeiten des Diakondienstes in einer Pfarre durch einen Ortsansässigen hinwies und auch alle Vorbehalte und Bedenken meinerseits entkräftete.