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Frauen der Diözese St. Pölten beim Internationalen Frauentag

St. Pölten, 08.03.2013 (dsp) Frauen verschiedener Einrichtungen der Diözese beteiligten sich an einer Aktion zum Internationalen Frauentag in St. Pölten. Ein symbolischer „Hürdenlauf“ stellte die Schwierigkeiten auf dem Weg zur Gleichstellung von Frauen und Männern in den verschiedensten Lebensbereichen dar. Marianne Ertl und Christine Plank von der Katholischen Frauenbewegung thematisierten mit ihrer „Hürde“ die Dominanz von Männern in der Kirche. Doris Kloimstein vom Bereich Familie der Pastoralen Dienste erinnerte mit der „Pflege-Hürde“ daran, dass die Pflege von Angehörigen fast ausschließlich von Frauen geleistet wird. Der Frauenarbeitskreis der Katholischen ArbeitnehmerInnen-Bewegung (KAB) machte auf die Einkommenssituation von Frauen in Niederösterreich aufmerksam.
„Durch familienbedingte Erwerbsunterbrechung sind Frauen vermehrt von betrieblichen Nachteilen, längeren Phasen der Erwerbslosigkeit und nicht wieder wett zu machenden Einkommenseinbußen betroffen“, sagte Gabriele Fahrafellner von der KAB. „Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nach wie vor ein Frauenproblem.“ Sowohl bei der Kinderbetreuung als auch bei der Pflege von Angehörigen seien Frauen vermehrt in atypischen Beschäftigungsverhältnissen, insbesondere Teilzeitarbeit, weil sie nach wie vor die unbezahlte Betreuungsarbeit innerhalb der Familie erbringen. Für 15% der Frauen reiche das Einkommen aus diesen Beschäftigungsformen nicht zum Leben, für 47% sei es „gerade genug“. Bei der Pensionsleistung rechneten jedoch bereits 37% der teilzeitbeschäftigten Frauen damit, dass ihre Alterspension nicht zum Leben reicht, so Fahrafellner. Nach Zahlen der Statistik Austria betrug im Jahr 2011 die durchschnittliche Pension von Männern in Niederösterreich 1300 Euro, die von Frauen 785 Euro.

KMB-Zeitschrift "Ypsilon" hinterfragt traditionelle Rollenzuweisungen

Plädoyers für die Gleichstellung der Geschlechter und Absagen an immer noch verbreitete Formen von Diskriminierung sind anlässlich des Weltfrauentages in der Zeitschrift „Ypsilon“ der Katholischen Männerbewegung (KMB) zu lesen. Chefredakteur Markus Himmelbauer leitet in der aktuellen Ausgabe einen Themenschwerpunkt dazu illusionslos ein, auch an diesem Weltfrauentag werde sich „an Einkommensunterschieden und an der ungleichen Verteilung von Leitungspositionen zwischen Frauen und Männern kaum etwas verändert haben“. Und er stellt kritisch die Frage, wer die Verschiedenheit der Geschlechter so zuteile, „dass zufälligerweise stets die Frauen in jenen Positionen sind, in denen weniger verdient wird und wo es weniger öffentliche Ehre gibt“.
Nach Himmelbauers Beobachtung macht sich in den vergangenen Jahren in der Katholischen Männerbewegung – die die ganze Breite der Kirche verkörpere – ein Umdenken in Richtung solidarische Aufgabenverteilung in Beruf, Kindererziehung und Haushalt bemerkbar. KMB-Veranstaltungen, die traditionelle Rollenzuteilungen hinterfragen, seien durchaus keine Seltenheit.

Foto: Journalistin Beate Steiner im Gespräch mit Dr. Doris Kloimstein