Diözese St. Pölten freut sich über Erfolg der „Nacht der 1000 Lichter“

Diözese St. Pölten freut sich über Erfolg der „Nacht der 1000 Lichter“

NÖ, 01.11.2013 (dsp) Gänsehaut- statt Gruselstimmung bei der „Nacht der 1000 Lichter“: Ein Rundruf der Diözese St. Pölten in den Pfarren zeigt, dass die Aktion heuer äußerst gut angekommen ist in Niederösterreich mit teils enormen Steigerungen bei den Teilnehmerzahlen. Überall berichten die Verantwortlichen, dass besonders viele Jugendliche dabei waren. Insgesamt beteiligten sich 16 Pfarren, teils kamen bis zu 500 Besucher.

Vom Jugendhaus des Stiftes Göttweig berichtet Sandra Wurzer: „Unser Programm wurde super angenommen: Das gesamte Stiftsareal stand im Zeichen des Lichts, eine grandiose Einstimmung auf Allerheiligen und Allerseelen. Programmpunkte waren eine Lichtfeier der Benediktiner, Taizégebet, Bastelstation für Kinder, eine Fackelwanderung und das Lichterlabyrinth.“

Auch die pfarrliche Mitarbeiterin Michaela Böldl zeigte sich begeistert von der „Nacht der 1000 Lichter“ in der Pfarre Amstetten Herz Jesu: „Wir gaben den Teilnehmern ua. die Möglichkeit in ein ‚Fürbittbuch‘ einzutragen, diese Anliegen wurden dann beim Gottesdienst zu Allerheiligen bei den Fürbitten aufgenommen. Wir waren vom Besucherandrang überrascht, uns gingen sogar die Kerzen aus.“

Pastoralassistent Hans Wimmer aus Gföhl: „Dieser Abend war eine tolle Veranstaltung. Die Besucherzahl von über 500 hat alles Bisherige in den Schatten gestellt. Ein Lichterweg,  biblische Gleichnistexte, Möglichkeiten ein Gebet in eine Schatzkiste zu legen, spirituelle Musik, ... -  einfache Elemente aus unserer kirchlichen Schatzkiste haben genügt, um die Menschen mit ihrer spirituellen Sehnsucht in Berührung zu bringen. Die Menschen waren fasziniert, berührt, voller Staunen, in sich versunken, nachdenklich, sehr dankbar für diesen stimmungsvollen und besinnlichen Abend, der bei Tee am Lagefeuer im Pfarrhofgarten ausgeklungen ist.“

"Leben ist Wachsen" - unter diesem Motto fand die Nacht der 1000 Lichter in Eggenburg statt: Wachsen durch Liebe, ... durch Freude, ... durch Gemeinschaft, ... durch Glaube, ... durch Trauer, ... durch Hoffnung … Zu diesen Themen gestalteten Jugendliche aus den Pfarren Eggenburg, Horn und Roseldorf und eine Klasse aus dem Gymnasium Horn jeweils eine Station, berichtet Theresa Lang. Hunderte Menschen folgten der Einladung und ließen sich darauf ein, ruhig zu werden und zu genießen.

„350 Interessierte - hauptsächlich Familien, also von ganz jung bis ganz alt - waren dabei und gönnten sich den wohltuenden Gang durch die neun Stationen im Stift Seitenstetten“, so Martina Schau vom diözesanen Jugendhaus Schacherhof, das die „Nacht der 1000 Lichter“ mitveranstaltete. Von einer Schreibwerkstatt um wichtige Dinge oder Menschen ins Licht zu rücken über die Ausstellung "No child's play" (eine Erinnerung an Kinder aus der NS-Zeit deren Licht frühzeitig erlöschen musste) und Lichtblicke in unserer Zeit (Menschen die Licht bringen in einer Präsentation vor den Vorhang geholt) bis zu einem Lichterlabyrinth im Konventhof war für alle etwas dabei, so Schauer. Den Abschluss bildete eine Lichtmeditation mit Taizégesängen.

Die Dompfarre St. Pölten freut sich zum Beispiel über „riesiges Interesse“, gleichzeitig habe es thematisch viel Tiefgang gegeben, so Organisatorin Magdalena Ganster. Resümee bei vielen Pfarren war: „Die Atmosphäre war toll, man konnte ruhig werden, abschalten oder einfach nur genießen, zu sich und zu Gott finden“, zog Verena Kopp, Projektverantwortliche in Neulengbach Bilanz.

Geschichte

Die Nacht der 1000 Lichter ist ein erfolgreiches pastorales Projekt, das im Jahr 2005 erstmals tirolweit durchgeführt wurde. Die Dekanatsjugendstellen und die Katholische Jugend verwandeln mit Jugendlichen aus meist Pfarrkirchen oder Kapellen in der Nacht auf Allerheiligen mit unzähligen Kerzen zu Orten, die zum Staunen, Ruhig werden, Besinnen, Beten und Einstimmen auf das Allerheiligen-Fest einladen.

Die Nacht der 1000 Lichter bezieht ihre Grundintention von der Lichtfeier in Taizé. Aufgrund des großen Erfolges wurde die „Nacht der 1000 Lichter“ auch bald in anderen Diözesen gefeiert. Als geeigneter Termin wurde sehr schnell der 31. Oktober gefunden, weil die Nacht der 1000 Lichter sich in ihrer Dynamik ideal zur Einstimmung auf Allerheiligen eignet.

Das Heilige entdecken

Die Nacht der 1000 Lichter hat eine einfache Grundidee mit großer Wirkung. Zu Allerheiligen gedenken wir aller unbekannten "Heiligen", also aller Menschen, die zwar ein "heiliges" Leben führen, aber nicht heilig gesprochen wurden: "Alltags-Heilige", könnte man sagen, lassen etwas von der Gegenwart Gottes spüren. "Heilig", also "heil machend" können wir wohl all das nennen, das uns hilft, mehr zu uns selbst und zu Gott zu finden. So gibt es in jedem Menschen das Heilige, auch wenn es oft unerkannt oder unbeachtet bleibt.

Die unzähligen kleinen Lichter der "Nacht der 1000 Lichter" möchte darauf aufmerksam machen: Das Heilige gibt es überall zu finden und hat eine unglaubliche Strahlkraft. Die Lichter laden ein, ruhig zu werden und dem Heiligen in sich selbst nach zu spüren. Impulse, Texte, Musik, begehbare Labyrinthe, Lichterwege usw. können das Spiel mit Licht und Dunkelheit zusätzlich unterstützen.

Am Abend des 31. Oktober erstrahlten in vielen Pfarren tausende Lichter: Sie möchten uns einstimmen auf das Allerheiligen-Fest. Kirchen, Kapellen, besondere Orte, Wege, Labyrinthe - viele verschiedene Projekte laden dazu ein, in eine besondere Atmosphäre einzutauchen.

Zu Allerheiligen gedenken Christen nicht nur der bekannten Heiligen, sondern auch der "Alltags-Heiligen": jenen, die im Verborgenen Gutes tun und so die Welt heller machen.

Foto 1 (Ernst Weingartner): Eggenburg 
Foto 2 (Stift Seitenstetten): Klosterkirche Seitenstetten
Foto 3 (Hans Wimmer):  Neulengbach
Foto 4 (Verena Kopp): Gföhl
Foto 5 (P. Clemens Reischl): Göttweig