„Der Glaube ist Wirklichkeit, keine Theorie“

Bischof DDr. Klaus Küng bei der 12. und letzten Katechese zum "Jahr des Glaubens in der Franziskanerkirche St. Pölten

St. Pölten, 23.11.2013 (dsp) Über die „zentrale Bedeutung“ des Glaubensbekenntnisses für das Leben jedes Menschen sprach Bischof Klaus Küng bei der 12. und abschließenden Katechese zum „Jahr des Glaubens“ in der Franziskanerkirche in St. Pölten. Beim „Credo“ gehe es um „eine Wirklichkeit, nicht um abstrakte Darlegungen und theoretische Sätze“. Das Glaubensbekenntnis sei zwar nicht einfach zu durchdringen und für den Alltag anzueignen. Dafür reiche weder ein „Jahr des Glaubens“ noch ein ganzes Leben. Andererseits könnten wir „dankbar sein, dass Gott so groß ist“: „Wie klein wäre Gott, wenn wir ihn mit unserem Verstand begreifen könnten.“

Alle christlichen Glaubensbekenntnisse seien letztlich „eine Entfaltung des dreifaltigen Gottes“, wie Küng ausführte. Das „Credo“ beginne mit dem Bekenntnis zum Vater, dem Schöpfer, beziehe sich dann auf den Sohn, den Erlöser, und schließlich auf den Heiligen Geist, der „in der Welt, in der Kirche und in uns selbst Christus hervorbringt bis zum Ende der Welt“. „Dies ist für jeden von uns von größter Bedeutung“, wie Küng betonte. Der eine Gott in drei Personen sei von uns Menschen zwar nicht erfassbar, doch „auch nur ein paar Lichtstrahlen der Wahrheit können unser ganzes Leben erhellen“.

Küng: Kreuz „ein ganz positives Zeichen“

„Urzelle“ des Glaubensbekenntnisses sei Jesus Christus, erklärte Küng. Der Mensch gewordene Sohn sei der Zugang zum Vater, „die tiefste Offenbarung dessen, der die Liebe ist“. Das Wichtigste für den Menschen sei zu erkennen, dass seine Berufung die Liebe ist. Dies werde bereits im Alten Bund vermittelt, der Neue Bund befähige uns, dieses Gebot zu erfüllen. Am Kreuz erstrahle „die wahre Größe und Bedeutung der göttlichen Liebe“, so Küng. „Jesus, der sich am Kreuz hingibt, ist die tiefste Offenbarung der Liebe, die möglich ist: Gott schenkt sich selbst.“ Deswegen sei das Kreuz „ein ganz positives Zeichen“, da der Glaube darin „die letzte Wirklichkeit und tiefe Begründung des Lebens“ begreife.

Die Auferstehung belege schließlich die „absolute Zuverlässigkeit“ der Zusagen Gottes. Ohne Auferstehung wäre die Liebe Gottes nicht zuverlässig, auch das Dunkel des Todes zu erhellen – „nicht erst im ewigen Leben, sondern schon im Jetzt“, wie Küng unterstrich. Dadurch öffne sich ein Zugang für jeden, der Gott suche; es eröffne sich „die Fähigkeit ein Kind Gottes zu werden“. Dies sei kein „kitschiger Begriff“, sondern eine Wirklichkeit, die unser Leben verändere. Gott steige im Sohn zum Menschen herab, damit der Mensch zu Gott aufsteigen könne. Küng: „Er tritt auch in deine Geschichte ein, er kommt zu dir – Gott!“

Die Katechese zum Nachhören