Credo-Installation im Dom gibt Anstoß zum Glauben

St. Pölten, 24.02.2013 (dsp) „Die Installation zum Glaubensbekenntnis im St. Pöltner Dom kann einen Anstoß zum Glauben geben“, sagte Bischof Klaus Küng bei der Präsentation der textilen Arbeiten des tschechischen Künstlers Karel Rechlik. Die Installation beinhaltet acht Interpretationen zu den Themen Schöpfung, Verkündigung, Geburt, Taufe, Kreuzigung, Auferstehung, Pfingsten und Vollendung, deren Abfolge die tiefen Inhalte der Glaubenswahrheiten vorstellt. Diese Kunstwerke seien gute Hilfestellungen und könnten helfen, auf das Zentrale im Leben hinzusehen und in sich zu gehen.
Die rohen, großformatigen Leinwände sind mit Acrylfarbe bemalt, manche sind den Konturen der Darstellungen folgend ausgeschnitten. „Im Gegensatz zur traditionellen Malerei soll keine Szene illusioniert werden“, erklärt dazu der Leiter des Diözesanmuseums, Wolfgang Huber, „sondern die allgemeine Gültigkeit der Glaubensaussagen durch die auf das Wesentliche reduzierte Symbolik der figurativen Darstellung vermittelt werden.“ Durch das Thema „Credo“ ergeben sich Bezüge zur diesjährigen Sonderausstellung im Diözesanmuseum, die im Mai eröffnet wird und die Visualisierung des Glaubensbekenntnisses in der Kunst zum Thema hat.

Sakralkünster Karel Rechlik aus Brünn

Das Schaffen des Brünners Karel Rechlik ist seit einigen Jahrzehnten ein wichtiger Zweig der zeitgenössischen Sakralkunst. In Tschechien gilt er wegen seiner zahlreichen Kirchenfenster und Glasobjekte als Erneuerer der monumentalen Glaskunst und wird vielfach mit der Ausstattung sakraler Räume beauftragt. Seine Arbeiten finden sich auch in deutschen Kirchen und Museen. Seit den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts beschäftigt sich Rechlik mit textilen Gestaltungen, die - temporär oder permanent angebracht – mit dem historischen Kirchenraum und seiner Ausstattung in einen sensiblen und fruchtbaren Dialog treten. Durch das Studium der Kunstgeschichte wurde diese Beziehung zur historischen Kunst auch wissenschaftlich erweitert. An der Brünner Technischen Universität, wo er Seminare zur sakralen Architektur hält, gibt er seine theoretischen und praktischen Erfahrungen weiter, die ihm auch als Leiter des von ihm gestalteten Brünner Diözesanmuseums auf dem Petrov (Petersberg) zu Gute kommen.