Bischof Küng: Armut als Schlüssel für das Pontifikat von Papst Franziskus

St. Pölten, 22.03.2013 (dsp) „Die Wahl von Papst Franziskus und seine ersten Auftritte haben viel Freude ausgelöst und Hoffnungen geweckt“, sagte Bischof Klaus Küng beim Dankgottesdienst anlässlich der Amtseinführung von Papst Franziskus im Dom von St. Pölten. Mit der Erwählung von Jorge Manuel Bergoglio zum Papst seien auch „Herausforderungen verknüpft, die uns alle angehen“.
Die Aussage von Papst Franziskus, dass die Kirche arm sein und die Armen lieben müsse, bezeichnete Küng als „Schlüssel für das Verständnis seines Lebens und wie er sein Amt sieht“. Armut bedeute – gerade auch im Verständnis des hl. Franz von Assisi – sich nicht zu eigen zu machen, um ganz frei zu sein für Gott und die anderen. Dazu passe auch die Definition von „Macht“, die Franziskus in seiner Antrittspredigt gegeben hat: Die Macht des Petrus bedeute, ganz für den Dienst an der Kirche da zu sein. Dies setze voraus, ganz für Christus da zu sein, so Küng, und habe „die uneingeschränkte Liebe zu den anderen als unmittelbare Folge“.

Es falle auf, dass Papst Franziskus keine Gelegenheit versäume, um für sich und die Kirche um Gebet zu bitten, stellte Küng fest. Sich ganz auf Gott zu verlassen und uns im Wissen um unsere Verantwortung den anderen zuzuwenden, „ganz besonders jenen, die in Not sind“, sei „eine weitere Devise“, die uns der neue Papst mit auf den Weg gebe.
Auch im Zeitpunkt des Amtsantritts in der Passionswoche sieht Küng einen „wesentlichen Hinweis“: Der heilige Franziskus sei in seiner gesamten Spiritualität „radikal von Christus her geprägt“ gewesen. Die daraus hervor gehende „große Leidenschaft, die Herzen zu entzünden“ betrachte er, Küng, auch als „ein Kennzeichen für die Haltung des neuen Papstes.“

Jedem Papst sei eine ganz bestimmte Aufgabe zugekommen, wie Küng ausführte: Johannes XXIII. habe die Fenster und Türen der Kirche geöffnet und das Konzil einberufen, dessen Beendigung die Aufgabe Pauls VI. war. Dieser habe auch die Umsetzung des Konzils eingeleitet und dabei „nicht wenig gelitten“. Johannes Paul I. sei mit seiner „Liebenswürdigkeit und katechetischen Einstellung“ der Übergang zu Johannes Paul II. gewesen, der „weltweit eine neue Entwicklung in Gang gebracht“ habe. Mit seinen Apostolischen Schreiben „Novo Millenio ineunte“ habe er auch „die Grundlinien einer neuen Pastoral“ aufgezeigt. Benedikt XVI. sei der „Papst der Vertiefung“ gewesen, der die Zusammenhänge der aktuellen Entwicklungen von Kirche und Gesellschaft „sehr klar dargestellt“ und „die Erkenntnisse über die Ursachen und mögliche Heilmittel“ verfeinert habe. Papst Franziskus wisse sich mit Benedikt XVI. „eng verbunden“ und bringe von einem anderen Kontinent und einer vitalen Diözese „eine neue Sicht“.