Bischöfe: Nächstenliebe ist Pflicht jedes Christen

Plakat Weltmissionssonntag

Die österreichischen Bischöfe haben anlässlich des Weltmissionssonntags (20. Oktober) in einem Hirtenwort an den Auftrag eines jeden Christen erinnert, das Evangelium an andere Menschen weiterzugeben sowie Solidarität und aktive Nächstenliebe zu üben. Österreich sei trotz "jahrelanger christlicher Prägung vielfach geistlich arm und hilfsbedürftig geworden", heißt es in dem Hirtenbrief. Beispielgebend für gelungene Verkündigung seien, so die Bischöfe, die vielen Missionare, die "selbstlos und unermüdlich das Evangelium in Wort und Tat verkünden" und sowohl auf finanzielle als auch auf Unterstützung im Gebet hoffen.

Als Modell erfolgreicher Verkündigung trotz widriger Umstände könne Myanmar dienen, das diesjährige Beispielland der Päpstlichen Missionswerke zum Weltmissionssonntag. Trotz Bemühungen der kommunistischen Militärregierung, die nach ihrer Machtergreifung 1962 Burma in Myanmar umbenannten, die Kirche und den Glauben aus dem Land zu jagen, nahm die Zahl der Gläubigen dort zu.

Was den totalitären Regimen aller Jahrhunderte ein Geheimnis bleibe, sei die innerste Kraftquelle der Kirche, aus der heraus sie solche Anstrengungen stemme: das Gebet, "das Fundament und Ausdruck des Glaubens an einen liebenden Gott, der die Macht hat, selbst das Leiden zum Guten zu wenden ist". Schulen und Krankenhäuser würden zwar zum besonderen Charisma der Kirchen gehören, seien aber nicht ihr innerster Beweggrund, ohne den sie nicht existieren könnte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Myanmar das am weitest entwickelte Land Asiens; nach der von 1962 bis 2011 andauernden Militärherrschaft gehört es zu den ärmsten Ländern der Welt. Zwar sind nur 1,1 Prozent der Bevölkerung katholisch, die katholische Kirche wächst jedoch beständig und übernimmt wichtige gesellschaftliche Funktionen.

In dem Hirtenwort erinnern die Bischöfe auch daran, dass die Missio-Sammlung zum Weltmissions-Sonntag in allen Diözesen der Welt durchgeführt wird: "Durch Ihre Mithilfe sichern die Päpstlichen Missionswerke die Grundversorgung der 1.180 Missionsdiözesen, damit sie allen in Wort und Tat die Liebe Gottes verkünden können." Zugleich weisen die Bischöfe auf die Pflicht eines jeden Christen zum solidarischen Dienst am Nächsten hin.

Die Missio-Sammlung stellt den weltweit ärmsten Diözesen vor Ort die nötigsten Mittel für pastorale und soziale Aufgaben zur Verfügung. Die Sammelergebnisse werden von Rom aus weltweit koordiniert, wodurch sichergestellt werden soll, dass die Verteilung gerecht erfolgt und niemand vergessen wird. Auch Diözesen, die aus mangelnden finanziellen Möglichkeiten keine Pfarrpartnerschaft eingehen und nicht auf einen Gönnerkreis zurückgreifen können, sollen so berücksichtigt werden.

www.missio.at