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Amtsverzicht und Konklave: Bischof Küng ruft zum Gebet auf

Rom – St. Pölten (dsp) Am 28. Februar um 20 Uhr endet das Pontifikat Papst Benedikts XVI. und die Zeit der Sedisvakanz beginnt. Diözesanbischof Klaus Küng ruft die Gläubigen zum Gebet für den scheidenden Papst auf und für das Konklave, das sich Mitte März zur Papstwahl versammeln wird. „In diesen Tagen und Wochen blicken wir alle voll Anteilnahme und hoffnungsvoller Erwartung auf Rom“, schreibt Küng in einer Aussendung an alle Pfarren der Diözese St. Pölten. „Wir erleben mit, wie sich Papst Benedikt zurückzieht und so ermöglicht, dass ein Nachfolger gewählt wird.“ Es ist dem Bischof „ein Bedürfnis“, alle Gläubigen der Diözese zum Gebet aufzufordern: „Wir haben allen Grund, Gott für das Vorbild und den Dienst Papst Benedikts von Herzen zu danken.“ Gleichzeitig solle es allen ein Anliegen sein, die Kardinäle, die sich in Rom zum Konklave versammeln, mit ihrem Gebet zu begleiten. Küng bittet alle Pfarren, in den Gottesdiensten entsprechende Fürbitten vorzusehen, Gebetsstunden abzuhalten oder in anderer Weise „die großen Anliegen der Kirche mitzutragen“.

Mit dem Amtsverzicht des Papstes geht die Verantwortung für die katholische Kirche auf das Kardinalskollegium über. Allerdings darf laut dem Kirchenrecht in dieser Zeit der Sedisvakanz, des „leeren Stuhles“, in der „Leitung der Gesamtkirche nichts geändert werden“. Nur die reguläre Verwaltung geht weiter. Fast alle Kurienchefs, einschließlich der Kardinal-Staatssekretäre, verlieren ihre Ämter. Während der Sedisvakanz tritt das Kardinalskollegium täglich zu „Generalkongregationen“ zusammen. Bei diesen Sitzungen werden die Details zur Einberufung des Konklaves sowie anderer wichtiger Probleme der Kirchenleitung erörtert. Aufschiebbare Fragen und erst recht Dinge, die einem Papst vorbehalten sind, dürfen in dieser Phase nicht entschieden werden.

Josef Ratzinger wird den Titel „emeritierter Papst“ oder „emeritierter römischer Pontifex“ tragen. Die Anrede lautet weiterhin "Seine Heiligkeit Benedikt XVI.". Unmittelbar nach dem Amtsverzicht am 28. Februar um 20 Uhr zerstört der päpstliche Kämmerer, Kardinal Tarcisio Bertone, eigenhändig den Fischerring und das Siegel von Benedikt XVI. Um 20 Uhr wird auch die Schweizergarde das Portal des Papstpalastes von Castel Gandolfo schließen und dann ihre Wache abziehen.

Bild: Wappen des Heiligen Stuhls zur Zeit der Sedisvakanz (Grafik: Cronholm144)