Nikolaus
 
 

Weihnachten: Einladung, Gott in unser Leben zu lassen

St. Pölten, 26.12.2012 (dsp) „Weihnachten ist eine Einladung, Gott in das eigene Leben hereinzulassen“, sagte Bischof Klaus Küng in seiner Predigt am Christtag im Dom von St. Pölten. Durch die Geburt Jesu habe sich für uns ein für jeden gangbarer Weg aufgetan, der zu Gott und zugleich zu einem authentischeren Menschsein führe. Verbunden mit Jesus können wir, so Küng, „echte Kinder Gottes werden“, wie es im Prolog des Johannesevangeliums angekündigt wird: „Jenen, die ihn aufnehmen, gibt er die Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben.“ Bischof Küng wies darauf hin, dass Gott durch die Geburt Jesu „gewaltlos“ und „unaufdringlich“ in unsere Welt komme. Aufgrund „gewisser Vorfälle jüngeren Datums in der Finanzwelt“ könnten wir versucht sein, ein Eingreifen „von oben“, von Gott zu wünschen. Ebenso beim Gedanken an manche Entwicklungen in der Medizin, wenn die ethischen Grundsätze nicht beachtet bzw. überschritten würden, oder an gesellschaftspolitische Entwicklungen, die „die Familie immer noch mehr unterminieren“.

Die Weihnachtsbotschaft laute aber anders, wie Küng betonte: „Derjenige, der dieses Kind in die Welt gesandt hat, liebt über alles die Freiheit.“ Gott habe dem Menschen von Anfang an Freiheit geschenkt und sie ihm auch nach dem Sündenfall belassen. Auch das Weihnachtsgeheimnis achte diese Freiheit, so Küng. Der vom Vater gesandte Sohn komme nicht mit Macht und Herrlichkeit, sondern als kleines Kind, das „in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt“.

Durch seine Menschwerdung und die von ihm bewirkte Erlösung helfe uns der Gottessohn, „frei zu sein und freier zu werden“, wie Küng ausführte. Er befähige uns, unsere Freiheit so zu benützen, dass wir „mehr wir selbst werden“ und „lieben lernen, wie Gott liebt“. Dies sei das Ziel der Menschwerdung des Gottessohnes. Jesus werde später seinen Jüngern sagen: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“.

Predigt im Wortlaut