Verwandlung als „Kernerfahrung“ des Menschen

Zu einer Fastenbesinnung mit Künstlerinnen und Künstlern im Dom von St. Pölten und zur Eröffnung der Ausstellung „Verwandlungen“ im Sommerrefektorium lud der Katholische Akademikerverband der Diözese St. Pölten (KAV) am Donnerstag, den 23. Februar. 9 bildende Künstler und 3 Literaten präsentierten ihre Werke zum Themenbereich „Verwandlung als Kernerfahrung im Leben des Menschen“, wie Bischof Klaus Küng im Katalog zur Ausstellung schreibt.
Der KAV bringe Kunst und Kirche zusammen, betone der Präsident der Katholischen Aktion, Armin Haiderer, bei der Ausstellungseröffnung. Er schaffe dadurch ein Bild von der Kirche, das „lebendig und auch spannend“ sei.
„Dass das Leben nicht starr ist, sondern ständigen Verwandlungen unterworfen ist, weiß schon die Bibel“, schreibt Bischof Küng im Vorwort des Ausstellungskataloges. So habe die unfruchtbare Hanna überraschend das ersehnte Kind bekommen, worauf sie Gott mit den Worten lobte: „Der Herr macht tot und lebendig, er führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf. Der Herr macht arm und macht reich, er erniedrigt und er erhöht.“ (1 Sam 2,6-7) Dies sei „der große Lobgesang der Verwandlung“, so Küng. Die tröstliche Botschaft der Hannah sei, dass alle Verwandlungen des Lebens in Gottes Händen und damit gut seien, „auch wenn es uns manchmal auf den ersten Blick schreckt.“ Küng: „In der Verwandlung kommen wir Gott näher.“

Verwandlungen seien immer mit einer „Zer-Störung eines Ist-Zustandes“ verbunden, schreiben die Kuratorinnen der Ausstellung, Ursula Fischer von der Galerie am Lieglweg in Neulengbach, Renate Minarz von der Schupfengalerie in Herzogenburg und Doris Kloimstein vom P.E.N. Club. „Immer rütteln uns Verwandlungen auf, sie zwingen uns Bestehendes in Frage zu stellen, Altes neu zu überdenken. All dies sind die Uraufgaben der Kunst.“
Carl Aigner, Direktor des NÖ Landesmuseums sieht ein Spannungsfeld einer säkularen Sucht nach dem Neuen und einem existentiellem Verwandlungsbedürfnis. Dadurch werde die Sehnsucht nach spiritueller Verwandlung auch in der Gegenwartskunst „größer denn je“. „Der künstlerische Weg vermag dafür eine Via Regina zu sein, wenn er nicht in sektiererische Weltbilder abgleitet und zu einer bloßen Selbstbezüglichkeit verkommt“, schreibt Aigner im Katalog zur Ausstellung.

Bildende Künstler:
Germana Kovacic, Robert Floch, Judith Wagner (Bild 4), Margareta Weichhart-Antony, Zlatko Scheed, Brigitte Petry, Liane Jelinek, Peter Dworak (Bild 3), Nina Maron
Literaten:
Maria Seitz, Mario Kern, Marlen-Christine Kühnel, Anton Zehetgruber +

Öffnungszeiten sind bis 25. März an jedem Sonntag nach den Gottesdiensten von 9 bis Uhr, unter der Woche auf Anfrage (für Schulklassen, PGR, Ausflüge…). Eine Führung mit Gespräch zum Thema „Kunst und Religion“ gibt es am Freitag, den 2. März, um 19 Uhr, eine Sonderführung mit den Kuratorinnen der Ausstellung am Sonntag, den 11. März, um 11.30 Uhr. Weitere Führungen auf Anfrage. Informationen: Katholischer AkademikerInnenverband, kav.ka.stpoelten@kirche.at, 02742/324-3371.