Symposium über den heiligen Koloman im Stift Melk

St. Pölten, 09.10.2012 (kap/dsp) Die Welt des Heiligen Koloman (+ 1012) steht im Zentrum eines Symposiums vom 11. bis 14. Oktober im Stift Melk. Unter dem Motto "Koloman 1012 - 2012: Unterwegs in Europa - Unterwegs für die Welt" referieren und diskutieren Wissenschaftler aus dem deutschen Sprachraum sowie aus Kolomans Heimatland Irland über den Heiligen, seine Zeit und Bedeutung. Geleitet wird die Veranstaltung von Experten der Institute für Geschichte und für Mittelalterforschung der Universität Wien sowie der Stiftsbibliothek Melk. Die Vorträge beleuchten den Heiligen, der von 1244 bis 1663 Landespatron Österreichs war, aus einer Vielzahl von Blickwinkeln: Referenten aus Archäologie, Geschichte, Theologie, Kunstgeschichte und der klassischen Philologie sind vertreten, wobei die Themenpalette von der europäischen Pilgerschaft über die Dichtung, Gesänge und Kunstdarstellungen des Mittelalters bis zur Instrumentalisierung der Heiligenverehrung oder ihrer politischen Bedeutung reicht.

Eröffnet wird das Symposium durch den Melker Abt Georg Wilfinger und Altabt Burkhard Ellegast. Am Sonntag steht ein Festgottesdienst in der Stiftskirche am Programm, das vom Sängerkreis Thein-Erft und der Sängervereinigung Köln musikalisch gestaltet wird. Die Veranstaltung ist Teil des im Vorjahr gestarteten Festjahres zum 1.000-Jahr-Gedenken des Heiligen.

Koloman war ein Ire, der 1012 auf einer Wallfahrt ins Heilige Land durch Stockerau kam und dort aufgrund seiner fremden Kleidung und Sprache auffiel. Weil ihn die Bevölkerung für einen Spion hielt, wurde er an einem Holunderstrauch erhängt. Da sich um den Toten jedoch zahlreiche Wunder zugetragen haben sollen, entwickelte sich rasch eine Verehrung. Der Leichnam wurde zunächst in einer Kirche beigesetzt, 1014 dann von Markgraf Heinrich I. nach Melk überführt und dort am 13. Oktober begraben. Seither gilt dieser Tag als "Kolomanitag".

Programm Koloman-Symposium