Stift Melk gedachte 1.000. Todestages des heiligen Koloman

Am 17. Juli 1012 erlitt der heilige Koloman das Martyrium, daran erinnerte das Stift Melk mit einem Festakt. Abt Georg Wilfinger betonte die Bedeutung des Heiligen für die Stadt Melk und er segnete auch die renovierte Kolomani-Statue im Kolomani-Hof des Stiftes. Dabei warnte er vor Vorurteilen gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe oder Religion und mahnte zur Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Das Stift rief auch dazu auf, „nicht an den Kolomanis von heute – also Schutzsuchenden – schuldig zu werden“ und aufeinander zuzugehen. Koloman war früher Landespatron von Österreich und ist bis heute der Stadt- und Stiftspatron von Melk. "Das Denken an den 1.000. Todestag des heiligen Koloman möge unseren Respekt und unsere Achtung wachsen lassen vor denen, die fremd sind, die anders aussehen, die eine andere Sprache, eine andere Religion haben, die anders sind", so das Stift Melk in ihrer Festbroschüre mit Blick auf die irische Abstammung des Heiligen, aufgrund derer ihn die hiesige Bevölkerung als Spion verdächtigte.

Ausstellung „Here I am!“ eröffnet

Im Stift Melk startet das Gedenken an den Patron am 17. Juli mit einer Messe am Altar des heiligen Koloman. Am Abend wurde die Ausstellung "Here I am!" der Kunstwerkstatt Lebenshilfe Gmunden eröffnet. Initiator, Künstler und Mallehrer Ferdinand Reisenbichler betonte dabei die Wichtigkeit Menschen mit Behinderung in den Alltag zu integrieren, diese Schau sei ein Beitrag zu Inklusion. Sieben Künstlerinnen und Künstler aus Gmunden präsentieren dabei ihre Werke, der Verkaufserlös kommt der Lebenshilfe Gmunden zugute.

Nach der Ausstellungseröffnung folge die Festvesper in der Stiftskirche mit anschließender Segnung der restaurierten Kolomanistatue. Diese wurde mehrere Monate bearbeitet. Das Festprogramm schloss mit einem Gospelkonzert mit "Wayfaring stranger".

Vom gehängten Märtyrer zum Landespatron

Der heilige Koloman war ein Ire, der im Jahr 1012 bei einer Wallfahrt ins Heilige Land von der Bevölkerung in Stockerau wegen seiner fremden Kleidung und der unbekannten Sprache als Spion angesehen und schließlich auf einem Holunderstrauch aufgehängt wurde. Rund um den Toten sollen sich zahlreiche Wunder ereignet haben.

Der Leichnam wurde zuerst in einer Kirche im Bereich des heutigen Klosters beigesetzt. Im Jahre 1014 ließ Markgraf Heinrich I. die Leiche nach Melk überführen. Dort wurde der Tote am 13. Oktober begraben - dieser Tag wird bis heute als "Kolomanitag" begangen. Bis zum Jahr 1663 war der heilige Koloman der Landespatron von Österreich, bevor er vom heiligen Leopold abgelöst wurde. Um das Grab Kolomans in Melk errichteten die Babenberger auch eine Begräbnisstätte für sich. "Das Bestehen dieser Grabstätten ist wahrscheinlich auch ein Grund dafür gewesen, dass Leopold II. im Jahr 1089 aus der Burg Melk ein Benediktinerkloster machte", ist auf der Website des Stiftes Melk zu lesen.

Fotos:
Bild 1: Peter Griebaum, zuständig für Restaurierungsvorhaben des Stifts, Melks Baudirektor Franz Spanseiler, Restaurator Peter Asimus.
Bild 2: Ua. mit Abt Georg Wilfinger, Melker Bezirkshauptmann Norbert Haselsteiner, Initiator Ferdinand Reisenbichler, Kremser Bezirkshauptfrau Elfriede Mayrhofer, Martin Grüneis von der Kulturabteilung des Landes NÖ sowie den Künstlern der Ausstellung.
Bild 3: Abt Georg Wilfinger segnet die neu renovierte Kolomani-Statue im Stift Melk.