Stift Herzogenburg: Renovierung pünktlich zum 900-Jahr-Jubiläum abgeschlossen

Pünktlich zum Start der 900-Jahr-Feierlichkeiten Ende April meldet das Augustiner-Chorherrenstift Herzogenburg den Abschluss seiner umfassenden Renovierungsarbeiten. Die Arbeiten begannen bereits im Jahr 2000 und wurden von der Diözese St. Pölten begleitet. Bei einem Pressegespräch berichtete Propst Maximilian Fürnsinn über die geleisteten Arbeiten, aber auch über die bevorstehenden "900 Jahre"-Feiern.


Das Stiftsgebäude sei jetzt außen und innen vollständig renoviert und restauriert, so Fürnsinn. Außen seien alle Fassaden originalgetreu wiederhergestellt worden, weiters seien der der barocke Prälatengarten, Obst- und Rosengarten sowie die Gartenanlage des "Emmerichhofes" neu gestaltet worden.

Innen seien kostbare Räume wie Festsaal, Bibliothek oder Prälatenstiege erneuert worden. Zusätzlich zum eigentlichen Renovierungsprogramm habe ein Besucherzentrum und eine Pilgerherberge realisiert werden können. Zuletzt wurden auch die Ausstellungsräume des Stifts restauriert, in denen nun die stiftseigenen Kunstschätze in neuer Form präsentiert werden.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund zehn Millionen Euro, so Propst Fürnsinn. Etwas mehr als acht Millionen Euro wurden über ein eigens gegründetes Kuratorium unter dem Vorsitz von Landeshauptmann Erwin Pröll abgewickelt. Rund 30 Prozent der Finanzmittel schoss das Land Niederösterreich zu, 20 Prozent kamen vom Bund. Wesentliche Beträge kamen auch von der Stadt Herzogenburg und aus Eigenmitteln des Stifts. Einen besonderen Dank wolle er weiters auch an die Spender richten, die mehr als eine Million Euro aufbrachten, sagte Fürnsinn. Insgesamt wurden pro Jahr rund 70 Beschäftigte über mehrere Monate eingesetzt. Das sei auch ein wesentlicher Beschäftigungsimpuls, so der Propst.

Vertreter der Denkmalpflege betonten bei der Pressekonferenz, dass die Stifte Niederösterreichs wichtige Partner bei der Kulturarbeit für das Land seien. Außerdem wären sie Träger von Traditionen. Es gehe aus Landessicht nicht nur um die Sicherung des denkmalgeschützten Bestandes, sondern auch um eine Öffnung der Klöster und Stifte für die Menschen.

Jubiläumsfeiern starten

Die große Feier zum Jubiläumsjahr findet am Samstag, 21. April, statt: Nach einem Festgottesdienst mit dem Apostolischen Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen in der Stiftskirche findet ein Festakt mit u. a. Landeshauptmann Erwin Pröll statt. Dabei wird die Ausstellung "Zeitzeuge der Ewigkeit" eröffnet und eine Sonderbriefmarke präsentiert. Die Herzogenburger Chorherren rechnen mit rund 40.000 Ausstellungsbesuchern.

Im Jubiläumsjahr finden in den einzelnen Prunkräumen des Stifts auch zahlreiche Konzerte statt. Jeden ersten Mittwoch im Monat lädt das Stift auch einen prominenten Gast zu einem öffentlichen Gespräch ein. Zum Auftakt können die Herzogenburger Chorherren am Mittwoch, 2. Mai, Bundespräsident Heinz Fischer begrüßen. Dieser wird zuerst am Chorgebet der Ordensmänner teilnehmen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Augustinussaal.

Weitere Gäste in den folgenden Monaten sind u. a. Staatsopern-Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst und der Präsident des Österreichischen Fußballbundes Leo Windtner.

Den Abschluss des Jubiläumsjahres bildet ein Festgottesdienst am 28. Oktober in der Stiftskirche mit dem St. Pöltener Bischof Klaus Küng. Zuvor, am 18. Oktober, dem eigentlichen Gründungstag des Stifts, steht eine Wallfahrt nach Passau - "zu den Wurzeln" - auf dem Programm. Heuer gibt es neben den traditionellen heimischen "Kindersommerspielen" (24. bis 26. August und 31. August bis 2. September) auch das "Children's Festival" vom 22. bis 24. Juni in Bethlehem.

Das Ende der Jubiläumsfeierlichkeiten ist freilich auch gleich der Anfang für eine weitere noch ausstehende Aufgabe: Die Stiftskirche müsse ebenfalls renoviert werden, erklärte Propst Fürnsinn. Wann mit diesem Projekt begonnen werden kann, stehe derzeit noch nicht fest. (Infos: www.stift-herzogenburg.at)

Geschichte des Stifts Herzogenburg

Das seit 900 Jahren bestehende Kloster, das allen Aufhebungsversuchen entging, wurde am 18. Oktober 1112 von Bischof Ulrich von Passau an der Donau bei Traismauer gegründet. Wegen häufiger Überschwemmungen wurde es 1244 nach Herzogenburg verlegt. Ab 1714 wurden Kirche und Kloster durch Jakob Prandtauer, Johann Bernhard Fischer von Erlach und Joseph Munggenast barockisiert.

Bild: V.l.n.r.: Hermann Dikowitsch (Abteilungsleiter Kunst und Kultur in NÖ), Landeskonservatorin Renate Madritsch, Propst Maximilian Fürnsinn, Herzogenburger Bürgermeister Franz Zwicker.