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Pfarrgemeinderäte sind hochmotiviert und realistisch

St. Pölten, 01.11.12 (dsp) „Es gibt eine große Bereitschaft zur Kooperation und zum Miteinander über die Pfarrgrenzen hinweg“, betont Peter Haslwanter, Leiter des Bereichs Pfarren, nach den 21 Treffen von über 800 Pfarrgemeinderats-Vorständen aus 250 Pfarren in sämtlichen Dekanaten. Es gebe „viel Motivation und den Willen, die einzelnen Pfarren lebendig und in den nächsten Jahren zu erhalten“. Der Blick sei realistisch. Trotz guter Stimmung äußerten die Pfarrgemeinderäte auch viele Sorgen und Anliegen.

Ziele des Treffens

Ein zentrales Ziel der Treffen war das Kennenlernen der neuen Pfarrgemeinderäte untereinander und die Vernetzung im Dekanat und in der Nachbarschaft. Die Diözesanverantwortlichen nahmen dabei genau die Fragen, Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen am Beginn der neuen PGR-Periode wahr. Dabei präsentierte die Diözese das Papier „Lebendige Pfarrseelsorge. Leitlinien und Anregungen“. Weiters stellten die Referenten die Angebote sowie die Informationsstellen der Diözese St. Pölten vor. Bei dem Treffen wählten die Pfarrgemeinderäte auch die PGR-Vertreter für den neuen Pastoralrat.

Herausforderungen

Als Herausforderung sahen die am 18. März gewählten PGR an, dass die Kirche mit ihren Grundvollzügen – Liturgie, Verkündigung, Caritas und Gemeinschaft – im pfarrlichen Leben präsent bleibt. Verantwortungen müssten von den hauptamtlichen Mitarbeitern hin zum PGR als pastoralem (Leitungs-)Gremium übertragen werden: Hier würden die pastoralen Fragen der Zukunft beraten und entschieden, so ein weiteres Feedback. Dabei müssten auch „lokale Kirchenentwicklungsprozesse“ in Gang gesetzt werden. Das setze einen Mentalitätswechsel voraus, war die Rückmeldung von den Treffen: Gläubige, insbesondere Pfarrgemeinderäte sollten ihre Taufberufung ernst nehmen und sich als Träger der Sendung der Kirche verstehen, die sich in eigenverantwortlichen und eigenständigen Initiativen und Beteiligungsformen zeigen.

Voneinander lernen

Es sei eine „hohe Bereitschaft zur Vernetzung, Zusammenarbeit in bestimmten Arbeitsfeldern wie Firmvorbereitung, Jugend, Trauerbegleitung und Bildung mit den Pfarren in der Nachbarschaft spürbar gewesen“, so Haslwanter. Vielfach könnten die Pfarren voneinander lernen und sich gegenseitig ermutigen, Neues auszuprobieren.

Drängende Fragen

Als unbefriedigende Situation fanden viele Pfarrgemeinderäte die Spannung zwischen dem kirchlichen Gebot an jedem Sonntag Eucharistie zu feiern einerseits und andererseits der Alternative Wortgottesfeiern abzuhalten, wo kein Priester mehr vorhanden ist.

Genannte Beispiele:
- Laien sollten gut befähigt und begleitet werden, aber es gibt auch die Sorge der Überforderung, wenn sie „alles“ selber machen sollen und wenn zu viel auf die „Ehrenamtlichen“ abgeschoben wird Erosion von Bevölkerungsschichten (Jugend, Erwachsene, …) usw., die zunehmend weniger/keine Berührungspunkte mit Kirche/Pfarrgemeinde haben trotz allem Bemühen und vieler Angebote. Besonders spürbar sei: Jugend und Kinder, junge Erwachsene fehlen zunehmend - wie können sie angesprochen und zurück gewonnen werden?
- der Wunsch nach größerer Wertschätzung für das, was ehrenamtlich gemacht wird (betrifft alle Ebenen der Diözese)
- Achtsamkeit auf neue Themen, mit denen die Menschen konfrontiert sind: Krisen, Lebensbrüche, Trauer

„Das Wir-Gefühl lässt uns hoffen. Die Menschen sehnen sich nach Gemeinschaft und viele sind – trotz alternativer Freizeitmöglichkeit und oft fehlender Zeitressourcen – bereit, sich in der Pfarre und für die Kirche und für Christus zu engagieren“, erklärt Peter Haslwanter. Haslwanter abschließend: „Die Pastoralen Dienste bieten dafür eine Fülle von Materialien und Unterstützungen!“

Foto 1 (zVg): Dechant Franz Großhagauer im Gespräch mit Maria Gatterer vom Fachbereich Katholische Jugend und mit Peter Haslwanter, Bereichsleiter Pfarre und Spiritualität (Pfarrzentrum Tulln-St. Severin).
Foto 2 (zVg): Treffen der PGR-Vorstände im Dekanat Neulengbach (Pfarrhof Maria Anzbach).
Foto 3 (Hans Pflügl): Treffen der PGR-Vorstände im Dekanat Göttweig (Pfarre Oberwölbling). Im Bild ua. mit Pfarrer Marek Jurkiewicz, Dechant P. Clemens Maria Reischl, Peter Haslwanter, Sepp Winklmayr, Direktor der Pastoralen Dienste.
Foto 4 (Michaela Lugmaier): Treffen der PGR-Vorstände des Dekanats Haag im Pfarrsaal von St. Valentin.