Nikolaus
 
 

Pastoralrat: Wunsch nach besserer Vernetzung und Kommunikation

St. Pölten, 23.11.2012 (dsp) Ein halbes Jahr nach den Pfarrgemeinderatswahlen hat sich der neu zusammengesetzte Pastoralrat für die nächste Funktionsperiode von fünf Jahren konstituiert. Der Wunsch nach besserer Vernetzung, vermehrter Kommunikation zwischen Zentralstellen und Pfarren sowie nach Erfahrungsaustausch und Voneinander-Lernen standen im Mittelpunkt der ersten Gesprächsrunden. Der Pastoralrat hat nach seinem Statut „die Aufgabe, unter der Autorität des Bischofs all das, was sich auf das pastorale Wirken in der Diözese bezieht, zu untersuchen, zu beraten, und hiezu praktische Folgerungen vorzuschlagen“.
Nach der Wahl durch die Pfarrgemeinderäte erhielten die neuen Vertreter aus den 20 Dekanaten der Diözese ihre Ernennungsdekrete. Neben den Dekanatsvertretern gehören Vertreter der apostolischen Vereinigungen, wie z.B. der Legion Mariens oder des Katholischen Familienverbandes, Vertreter der verschiedenen kirchlichen Berufsgruppen sowie amtliche Mitglieder dem Pastoralrat an. Im Rahmen der konstituierenden Sitzung wählten die Mitglieder die neue Geschäftsführung des Gremiums: P. Lukas Roitner als Vertreter der Priester sowie Michaela Lugmaier und Anna Rosenberger als Laien-Vertreterinnen. Amtliche Mitglieder der Geschäftsführung sind Sepp Winklmayr als Direktor der Pastoralen Dienste (PD), Bischofsvikar Gerhard Reitzinger als Geistlicher Leiter der PD und Peter Haslwanter als Leiter des Bereichs Pfarre.

„Lernen, in einer neuen Art Kirche zu sein“

„Wir leben in einer spannenden Zeit, in der große Veränderungen geschehen“, sagte Bischof Klaus Küng zur Eröffnung der neuen Funktionsperiode des Pastoralrates. Es gehe dabei jedoch nicht in erster Linie um Priestermangel und strukturelle Fragen, sondern „wir müssen lernen, in einer neuen Art Kirche zu sein“. Dabei sei auch mehr Verantwortung der einzelnen Gläubigen gefragt, die ihre Talente und Begabungen zum Einsatz bringen. Als vorrangige Themen nannte der Bischof die Erneuerung der Sakramentenpastoral, die Katechese, die „Einübung einer christlichen Lebensweise“ in den Familien, die Pflege und Erneuerung des Gebetslebens sowie die Jugendarbeit.

Da der Pastoralrat auch eine „Stütze für die diözesane Kommunikation“ sein solle, rief Küng zu einer „achtsamen Kultur des Dialoges“ auf, „mit der Bemühung zuzuhören und einander in Wertschätzung zu begegnen“. Auch Direktor Winklmayr betonte die kommunikative Aufgabe des Pastoralrates: Das Gremium diene unter anderem dazu, Informationen in die Dekanate und Pfarren zu tragen. Auch einer besseren Vernetzung solle der Pastoralrat dienen, da „Seelsorge nur gelingen kann, wenn wir alle zusammenarbeiten“.

Beispiele gelungener Kooperation

Zwei Beispiele gelungener Kooperation zwischen Pfarren stellte Generalvikar Prälat Eduard Gruber vor: den vor einem Jahr errichteten Pfarrverband Gars am Kamp mit 7 Pfarren und knapp über 6.000 Katholiken und den neu errichteten Pfarrverband Traunstein mit ebenfalls 7 Pfarren und etwa 5.400 Katholiken. „Miteinander unterwegs zu sein, ist viel spannender als alleine“, sagte Gruber. Gelungene Zusammenarbeit bedeute jedoch nicht, dass es keinerlei Probleme gebe. Es sei in diesem Zusammenhang wichtig, dass Strukturveränderungen „nicht von oben aufgesetzt“ werden, wie der Generalvikar betonte, sondern dass „individuelle und regionale Lösungen“ aus den Pfarren selbst entstehen und „gut begleitet“ werden. Wenn aus dem zunehmenden Maß an Kooperationen etwas Neues entstehe, „soll es auch die entsprechende Form bekommen“. Gruber rief in Erinnerung, dass die Kirchenkrise nicht durch Strukturreformen gelöst werden könne, sondern letztlich nur durch eine Vertiefung des Glaubens.