„Missio“: 1 Rosenkranz-Gesätzchen pro Tag für das Heil der Welt

Zum 150. Mal jährte sich heuer der Todestag von Pauline Marie Jaricot. Die am 9. Jänner 1862 verstorbene Französin gründete das "Werk der Glaubensverbreitung" und organisierte im "Lebendigen Rosenkranz" eine "alle Kontinente umspannende Gebetsliga". Diese Idee haben die Päpstlichen Missionswerke "Missio" anlässlich des Jubiläums ihrer Gründerin aufgegriffen und die Gebetsaktion "Eine Rose für die Welt" gestartet. Tausend Österreicher machen bereits mit.
Im Rahmen der Gebetsinitiative "Eine Rose für die Welt" bilden jeweils 20 Beter eine sogenannte "Rose". "Jeder bekommt ein Geheimnis der vier Rosenkränze und einen Kontinent zugeteilt", erklärt Margot Karner, St. Pöltens "Missio"-Diözesansekretärin. Täglich werde ein Gesätzchen gebetet, gemeinsam ergibt das einen Psalter pro Tag. Zu Zeiten Jaricots war diese Idee ein Erfolg: Im Jahr ihres Todes vor 150 Jahren beteten zwei Millionen Franzosen täglich den "Lebendigen Rosenkranz".

Karner sagt, Jaricot sei zwar hierzulande kaum bekannt, "ihre Werke dafür umso mehr". So erfreue sich das "Werk der Glaubensverbreitung" als eines der vier Päpstlichen Missionswerke einer starken Unterstützung der Österreicher. Für die "soziale Vorkämpferin und Mutter der Mission" läuft ein Seligsprechungsverfahren. Pauline war auch Vorkämpferin für die Rechte der Arbeiter. „Die Not der Arbeiter zu Beginn des Industriezeitalters in Frankreich ließ Pauline nicht kalt. Sie trat für gerechte Entlohnung und eine geregelte Arbeitszeit ein“, betont die St. Pöltner „Missio“-Diözesansekretärin.

Jaricot legte Grundstein für die Päpstlichen Missionswerke

Pauline Marie Jaricot wurde 1799 in Lyon geboren. Sie gründete bereits in jungen Jahren einen Missionsverein, der 1822 offiziell zum "Werk der Glaubensverbreitung" wurde - einem der ersten Missionsvereine der Welt. Grundidee war, täglich ein kurzes Gebet für die Mission zu sprechen und wöchentlich einen "Sou" (fünf Centimes) für die Mission zu spenden. Der Grundstein der späteren internationalen Päpstlichen Missionswerke war damit gelegt.

Mit ihrer Gründung leitete Jaricot eine neue Epoche der Missionsgeschichte ein: Mission wurde zur Sache des "einfachen Volkes". Ihr ging es darum, das weltweite Missionsanliegen zu unterstützen. Sie starb 1862 völlig verarmt. Jaricot wird heute als eine der großen und zu Unrecht vergessenen Figuren der Kirchengeschichte des vergangenen Jahrhunderts eingeschätzt.

Missio Diözese St. Pölten

Foto (@ Missio): Pauline Marie Jaricot