Mesner repräsentieren Kirche vor Ort

St. Pölten, 02.11.12 (dsp) „Die Mesner-Gemeinschaft der Diözese St. Pölten zählt über 570 Mitglieder, dazu gibt es noch eine große 'Dunkelziffer'“, berichtet Richard Wöginger, Diözesanleiter der Mesner und selbst hauptberuflich Messdiener in der Wallfahrtsbasilika Maria Taferl. Um den Dienst der insgesamt sieben Profis in Maria Taferl, im St. Pöltner Dom, jener in den Stiften sowie der vielen ehrenamtlich Engagierten zu optimieren, fand kürzlich Woche wieder ein dreitägiger Kurs der Interdiözesanen Mesnerschule in St. Pölten statt, Teil 2 ist im Jänner. 34 Teilnehmer bekamen Hintergrundwissen, warum sie was wann wie wo tun.
„Ich mache den Mesner-Dienst in Andenken an unseren alten Pfarrer, den ich sehr gemocht habe“, sagt Rudolf Winter. Der 19-jährige Fenstermonteur dient seit November zwei Mal wöchentlich in der Mostviertler Pfarre Reinsberg. Bisher sei nichts schief gelaufen, dennoch fühle er sich mit dem neuen Wissen nun sicherer. Seine Familie und Freunde unterstützen Winter bei seinen Tätigkeiten.

Rosa Waldenberger aus der Pfarre Petzenkirchen ist in einem Mesner-Dreierteam. Sie sehe ihr Engagement als „wertvollen Dienst für die Gemeinschaft und zur Ehre Gottes“. Die Pensionistin zeigte sich erfreut über den Wissenserwerb: „Vieles war neu, bei anderen Bereichen wurde man bestätigt und das sichert das Selbstbewusstsein.“ Der Mesner-Dienst sei halt doch eine kleine Wissenschaft.

Mesner oft die ersten Ansprechpersonen

Kursleiter Martin Salzmann von der Interdiözesanen Mesnerschule verweist auf das umfangreiche Aufgabengebiet: von der werterhaltenden Pflege von kirchlichen Geräten und Paramenten über die Bedeutung des Angelus-Gebets bis hin zu seelsorglichen Aufgaben. Denn Mesner repräsentieren die Kirche vor Ort und seien oft die ersten Ansprechpersonen bei Taufen, Hochzeiten und Begräbnissen. Überdies wären Mesner Kenner des lokalen Brauchtums und tradieren kirchliche Gepflogenheiten.

Nachwuchssorgen gebe es übrigens kaum, aber man müsse vielfach die Leute ansprechen. Eine nicht untypische „Mesner-Karriere“ starte nach der Beendigung des Ministranten-Dienstes und dauere dann oft Jahrzehnte. Was sich verändert habe sei, dass heute zumeist mehrere Mesner als Team in einer Pfarre zusammenarbeiten.

Ein liturgisch gut geschulter Mesner könne durch seine professionelle Vorbereitungsarbeit vor den liturgischen Feiern "Ruhe in die Sakristei bringen". Ebenso wie ein sauberes Gotteshaus oder schöner Blumenschmuck "erzeugt das eine unbewusst wahrgenommenen Grundstimmung, die schlussendlich zur Begegnung mit Gott führen soll". Eine Hausaufgabe gab Salzmann den Mesner-Schülern auch mit: Sie sollen Gruppen der Pfarre künftig eine Kirchenführung anbieten.

Fotos: Mesner in der Kapelle des St. Pöltner Bildungshauses St. Hippolyt.