„Lied der Straßenkinder“-Verfasser berichtet über Not in Ecuador

St. Pölten, 20.09.12 (dsp) „Kinder kommen oft hungrig in die Schule und können sich deshalb nicht konzentrieren und viele müssen zumindest halbtags arbeiten, um zum Familieneinkommen beizutragen“, berichtet Salesianer-Pater Marco Paredes. Der Verfasser des „Liedes der Straßenkinder“ von Ecuador und Experte von Kinderrechtsfragen besuchte auf Einladung von „Jugend Eine Welt“ eine Woche lang Niederösterreich. Der Priester gründete zahlreiche Straßenkinder- und Ausbildungszentren in Ecuador und kennt die Nöte und Bedürfnisse der jungen Menschen. Die Zentren sind eine wichtige Alternative zur Straße. Wichtig ist den Salesianern die Präventivarbeit in den ärmsten Vierteln, damit Kinder erst gar nicht auf der Straße landen, daher werden auch die Familien miteinbezogen.
Jeder dritte der 15 Millionen Ecuadorianer lebt unter der Armutsgrenze. Viele Kinder und Jugendliche müssen daher Süßigkeiten verkaufen, auf Märkten helfen oder Autos waschen. „Eine Ausbildung ist oft nicht möglich, denn für die Schule bleibt neben der Arbeit wenig Zeit“, so P. Marco. Die Projektpartner von Jugend Eine Welt, die Salesianer Don Boscos, nehmen sich um diese Kinder an. Sie bekommen beispielsweise im Projekt „Chicos de la Calle“ Unterstützung und Hilfe, können eine Berufsausbildung machen oder eine Schule besuchen, erhalten medizinische Versorgung und können an Freizeitaktivitäten teilnehmen. „Viele Kinder werden von ihren Eltern im Stich gelassen“, so P. Marco.

Fußball – Bildung - sozialer Aufstieg

Und es fehlt oft am Sinne des Lebens. Der Salesianer: „Die Kinder denken oft, dass es ohnehin nutzlos sei, in die Schule zu gehen, viele haben auch kein Selbstvertrauen. Unsere Projekte sollen den Kindern auch wieder ihre Würde zurückgeben.“ Denn wer in die Schule gehe, könne den sozialen Wandel schaffen. Im Rahmen der Aktion Fußball für Straßenkinder wird von Jugend Eine Welt – das heuer das 15-Jahr-Jubiläum begeht - in Ecuador das Don-Bosco-Projekt „GOLASO“ unterstützt. Das spanische Wort „Golaso“ (Supertor) steht als Synonym für die überschwängliche Fußballbegeisterung der Menschen Südamerikas. Denn beim Sport lernen junge Menschen in einem Team gemeinsam ein Ziel zu verfolgen, aber auch Werte wie Fairness und Respekt. Über Fußball kommen die Sozialarbeiter mit den jungen Menschen in Kontakt, können ihnen Hilfe anbieten und ihnen ein Leben abseits der Straße ermöglichen. Begleitet wird das Programm von einem Ausbildungsprogramm, in dem die Kinder und Jugendlichen einen Schulabschluss oder eine Berufsausbildung machen können.

Viele Niederösterreicher haben bereits bei Jugend Eine Welt ein Volontariat gemacht und arbeiteten bei Projekten in Asien, Afrika und Lateinamerika mit. P. Marco Paredes: „Ich danke den Niederösterreichern für die Unterstützung – sei es materiell oder weil sie sich für die Not der Straßenkinder interessieren.“ Der engagierte Priester abschließend: „Es gibt noch viel zu tun.“ Der Salesianer-Orden geht zurück auf den legendären Jugendseelsorger Hl. Johannes Don Bosco (1815-1888).

Ein wirklich beeindruckendes Gebet eines Straßenkindes ...

„Lied der Straßenkinder“ von P. Marco Paredes:
(In Ecuador ist es sehr bekannt, weil es ua. bei Demonstrationen vor politischen Einrichtungen vorgetragen wird):

Refrain: Ihr arbeitenden Kinder, ihr
Zeitungsverkäufer und Schuhputzer,
kommt alle und helft mit diese Welt
zu verändern!

1. Die Kinderrechte wollen wir verteidigen und vor niemandem haben
wir Angst, denn wir werden siegreich sein.
2. Ihr Schuhputzer und Verkäufer,
lasst euch nicht ausbeuten; ein
Gesetz das uns verteidigt fordern
wir.
3. Wenn wir Kinder uns zusammen
tun, um für Gerechtigkeit zu
kämpfen, werden wir es eines
Tages schaffen, diese Gesellschaft
zu verändern.

Spendenkonto:
Kontoinhaber: Jugend eine Welt, Konto-Nr. PSK 92.083.767, BLZ 60.000
Kennwort: 15 Jahre Jugend Eine Welt

Foto: Salesianer-Priester Marco Paredes mit Florian Weinmeier, Jugend Eine Welt Niederösterreich.