Küng: Werk Trogers hat Botschaft für unsere Zeit

„Trogers Werk hat auch für uns heute eine tiefe Bedeutung und vermag Impulse zu geben.“ Das betonte Bischof Klaus Küng am Freitag bei der Eröffnung der Ausstellung „Vision und Andacht“ zum 250. Todestag des Barockmalers Paul Troger im St. Pöltner Diözesanmuseum. Anfang des 18. Jahrhunderts sei in den Klöstern ein gewisser Aufbruch zu spüren gewesen, gleichzeitig habe jedoch eine große geistliche Not geherrscht, so Küng. In dieser Zeit habe Troger Werke „von solcher Tiefe geschaffen, die Hoffnung gab und gibt“. Dies sei auch eine „Botschaft für unsere Zeit“. Der Betrachter der Andachtsbilder aber auch der Fresken Paul Trogers werde zum „inneren Geheimnis, letztlich zur Gegenwart Gottes“ geführt, sagte der Bischof.


„Durch seine Freskenzyklen, Altar- und Andachtsbilder prägte Paul Troger wie kaum ein anderer zahlreiche Kirchen- und Klosterausstattungen vor allem im Gebiet der Diözese St. Pölten und beeinflusste dadurch maßgeblich den Verlauf der österreichischen Malerei des 18. Jahrhunderts“, erklärte Wolfgang Huber, Diözesankonservator und Direktor des St. Pöltner Diözesanmuseums. Umfang und Qualität des Werkes Trogers sei von keinem anderen österreichischen Barockkünstler erreicht worden.

Anhand zahlreicher Ölbilder, Ölskizzen und Zeichnungen – überwiegend Leihgaben aus kirchlichem, öffentlichem und privatem Besitz – unternimmt die Ausstellung den Versuch, das Schaffen Trogers unter dem Aspekt der Andachtsthematik und dem Verhältnis zur barocken Spiritualität zu präsentieren. „Diese den Werken eigene Affinität zum Sakralen wird von der visionären Schau des Dargestellten, aber auch von den dabei hervorgerufenen Gefühlen und Vorstellungen des Betrachters gesteigert“, erklärte Huber.

In den Stiften Niederösterreichs sei der Südtiroler Künstler „zum Maler schlechthin geworden“, sagte der Kurator der Ausstellung, der Direktor des Diözesanmuseums Brixen Johann Kronbichler, der wie Troger aus dem Pustertal stammt. Seine markanteste Prägung habe Troger in jungen Jahren in Rom erfahren. Nach Südtirol, Graz, Salzburg und Wien, kam er über einen Auftrag der Englischen Fräulein (heute Congregatio Jesu) nach St. Pölten, wo seine „niederösterreichische Karriere“ begann. Teilweise von seinem kongenialen Partner Johann Jakob Ziegler begleitet wirkte der Barockmaler – nacheinander und manchmal sogar gleichzeitig – in den Stiften Melk, Zwettl, Geras, St. Pölten, Seitenstetten, Geras und Göttweig.

In der räumlich ins Diözesanmuseum einbezogenen ehemaligen Stiftsbibliothek besteht die Möglichkeit, den 1734 geschaffenen Freskenzyklus mit den Darstellungen der Fakultäten aus unmittelbarer Nähe zu betrachten und die technischen und stilistischen Eigenheiten der Malereien hautnah zu erleben. Dort führt auch ein konservatorischer Abschnitt in die Maltechnik Trogers ein.

Öffnungszeiten:

5. Mai bis 31. Oktober 2012

Dienstag bis Freitag: 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr

Samstag: 10 bis 13 Uhr

Montag, Sonn- und Feiertag geschlossen

Eintritt: € 4,- (ermäßigt € 3,-)

Führungen nach Vereinbarung.

Kontakt:

Diözesanmuseum St. Pölten

3100 St. Pölten, Domplatz 1

Tel.: 02742/324 331

E-Mail: dm.bo.stpoelten@kirche.at

Web: www.dz-museum.at

Fotos:

Bild 1: Diözesanbischof DDr. Klaus Küng und Ausstellungskurator Dr. Johann Kronbichler vor dem Gemälde "Maria Magdalena" (1735)

Bild 2: Dr. Wolfgang Huber, Direktor des Diözesanmuseums St. Pölten und Diözesankonservator, mit dem Ausstellungskurator Dr. Johann Kronbichler, Direktor des Diözesanmuseums Brixen

Bild 3: Dr. Johann Kronbichler; Prälat Dr. Joachim Angerer, Altabt von Geras; Abt Dr. Christian Heidinger, Stift Altenburg; Generalvikar Mag. Eduard Gruber; Weihbischof Dr. Anton Leichtfried; Diözesanbischof DDr. Klaus Küng (v.l.n.r.)

Bild 4: Teil der Ausstellung im Diözesanmuseum

Bild 5: Ausstellungskatalog