Kerzen und Fackeln, Lieder und Gebete erhellten die „Lange Nacht der Kirchen“

„Menschen mit verschiedenen Beweggründen, aus unterschiedlichen Situationen und Lebensumständen“, wie Dompfarrer Norbert Burmettler beim ökumenischen Eröffnungsgottesdienst im Dom von St. Pölten sagte, besuchten die „Lange Nacht der Kirchen“. In der lauen und trockenen ersten Sommernacht kamen rund 15.000 Besucherinnen und Besucher zu den 240 Einzelveranstaltungen in über 50 Kirchen und Kapellen in der Diözese St. Pölten. Unter dem diesjährigen Motto „Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis“ erhellten Kerzen und Fackeln, Lieder und Tänze, Gebete und Begegnungen die „Lange Nacht“.
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Im Dom von St. Pölten, der nur durch die Kerzen der Mitfeiernden erhellt wurde, leiteten Ordinariatskanzler Gottfried Auer, Hochschulrektor Josef Kreiml und Dompfarrer Burmettler gemeinsam mit dem evangelischen Superintendenten Paul Weiland und dem altkatholischen Pfarrer Robert Freihsl einen ökumenischen Gottesdienst. Die „Lange Nacht“ motiviere die Menschen, „auf die Schätze der Kirche etwas genauer hinzusehen“, sagte Weiland in seiner Predigt. Vieles davon sei zwar „jeden Tag da“, werde jedoch oft nicht wahrgenommen; in der Nacht gebe es dafür mehr Ruhe und mehr Zeit.

„Konzilskirche“ und „Frauenkirche“ in St. Pölten

Die Millenniumskirche in Stattersdorf-Harland war die „Konzilskirche“ der „Langen Nacht“ in St. Pölten: Anlässlich des bevorstehenden 50-Jahr-Jubiläums der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils bot die moderne, im Jahr 2000 geweihte Pfarrkirche drei Konzils-Schwerpunkte: Bei einer speziellen Kirchenführung wurde die Umsetzung der Ideen und Erneuerungen des Konzils in Glas, Beton und Holz erläutert. Eine Präsentation mit historischen Filmeinspielungen erläuterte Einberufung, Vorbereitung, Verlauf und Auswirkungen des Konzils. Im Anschluss stand Prälat Burkhard Ellegast, Altabt vom Stift Melk, als Zeitzeuge zum Gespräch zur Verfügung.

Als „Frauenkirche“ präsentierte sich die St. Pöltner Pfarre St. Johannes-Kapistran. Unter dem Motto „Lydia – purpurrot wie das Leben selbst“ folgte die Katholische Frauenbewegung in einer besonderen Frauenliturgie – unter anderem mit liturgischem Tanz – den Spuren der „ersten Christin Europas“ – der Purpur-Händlerin Lydia von Philippi, die den Apostel Paulus aufnahm und zwei Mal in der Apostelgeschichte erwähnt wird.

Eine „Kirchenführung der anderen Art“ bot der Spiritual des St. Pöltner Priesterseminars, P. Christian Gimbel, in der Kapelle des Hauses. Klänge der Orgel, Lichtchoreographie, hinführende Worte zu Architektur und Symbolik sowie Texte zum Thema Raum und Kommunikation luden zur „spirituellen Wahrnehmung“ und zur Erfahrung des sakralen Raumes mit allen Sinnen ein.

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Bilder:
1 - Kerzenstimmung im Dom von St. Pölten
2 – Ökumenischer Gottesdienst im Dom von St. Pölten: Rektor Josef Kreiml, Ordinariatskanzler Gottfried Auer, Superintendent Paul Weiland, Dompfarrer Norbert Burmettler, altkath. Pfarrer Robert Freihsl.
3 – Frauenliturgie im St. Johannes Kapistran
4 – Altabt Burkhard Ellegast in der Pfarrkirche Statterdorf-Harland
5 - Spiritual P. Christian Gimbel in der Kapelle des Priesterseminars