Hiphaus: Zynische Kunstwerke fordern zum Umdenken auf

Das St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt lädt bis Ende April 2012 zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlich brennend aktuellen Themen. Insgesamt 46 zynische Werbesujets, kraftvolle Ölbilder und Skulpturen des Künstlers Ewald Kapferer fordern dabei zu kritischem Hinsehen und Umdenken auf.
„Das Bildungshaus der Diözese St. Pölten startet diese herausfordernde Ausstellung gezielt in der Fastenzeit, die für einen Blick 'über den Tellerrand hinaus' prädestiniert ist“, betont Franz Moser, Pädagogischer Mitarbeiter des Hauses, bei der Eröffnung. Moser zum Titel der „Der Lächerlichkeit preisgegeben“: Jesus Christus habe sich aufs Engste mit den Stimmlosen, Ausgegrenzten und Geächteten identifiziert. Aus diesem Grund sei er selbst zum Lächerlichen, am Kreuz, zum Geächteten geworden. Kapferer führe mit seinen Werken vor Augen, wie Menschen heute der Lächerlichkeit preisgegeben sind: die Opfer von menschlich verursachten Naturkatastrophen, die Opfer von Atomunfällen, die auf Konsumenten reduzierten Menschen. Der Künstler schenke laut Moser keine Lösungen, aber „er rüttelt auf, provoziert Unbehagen und Nachdenken – genau das will die Fastenzeit“.

Ewald Kapferer sagt, er wolle mit seinen Werken darauf hinweisen, „was wichtig im Leben ist“. Er sieht die Leistungsphilosophie ziemlich am Ende, am Ende würden nur mehr die Systemkompatiblen überbleiben. Er warnt vor einer Politik, die sich nur an den Gesetzen der Märkte orientiert. Es gehe ihm nicht um Klassenkampf, wohl aber um Bewusstseinsentwicklung. Dies beginne bereits bei der Auswahl der Produkte beim Einkaufen.

Kreativ-Wettbewerb für Jugendliche

Um speziell die vermeintlich politik- und system-verdrossene Jugend anzusprechen, wurde außerdem ein Kreativ-Wettbewerb initiiert, der parallel zur Ausstellung über das Internet läuft. Schülerinnen und Schüler, alle Jugendlichen und Jugendgruppen sind eingeladen, auf kreative Weise ihre Meinung zu brennend aktuellen Themen zu äußern: Was stört mich? Was fällt mir auf? Was läuft schief in dieser Welt?! Moser ruft dazu auf, Jugendliche auf diesen Wettbewerb hinzuweisen.

Unter www.hiphaus.at/denkmal sind einige der zur Ausstellung zählenden Grafik-Sujets abrufbar, um zu eigenen Ideen anzuregen und gesellschaftliches wie politisches Engagement zu fördern. Beiträge sind bis 4. April 2012 einzureichen (nähere Infos dazu auf der Website).

Der Künstler

Ewald Kapferer, 1965 in Wien geboren, lebt in Leonding/OÖ. Der Grafiker und Werbefachmann bschäftigt sich seit Mitte der 1990er-Jahre mit Kunst. Zuletzt zeigte er die Sonderausstellungen „gipfel d erschöpfung“ im Museum im Schottenstift, das Kunstprojekt „Unsere Heiligen“ im Bildungshaus St. Hippolyt und „Out of Order“ in der Pfarrkirche St. Michael in Leonding.

Ausstellungsdauer

Frei zugänglich bis 29. April 2012 jeweils Montag bis Samstag von 8 bis 17 Uhr, an Sonntagen von 8 bis 12 Uhr – Karwoche und Osterfeiertage (2. bis 10. April 2012) geschlossen!
Veranstalter sind die Fastenaktion der Diözese St. Pölten, Welthaus Diözese St. Pölten, Missio St. Pölten und Jugend Eine Welt.
Infos: Mag. Franz Moser, E-Mail:

www.hiphaus.at/denkmal

Fotos:
Künstler Ewald Kapferer.
Künstler Ewald Kapferer und Franz Moser vom Bildungshaus St. Hippolyt.