Herzogenburg: Zusammenleben von Priestern ist „zukunftsweisend“

St. Pölten, 29.10.2012 (dsp/kap) Das 900-Jahr-Jubiläum des Stiftes Herzogenburg sei eine „Botschaft der Hoffnung für unsere Zeit“ betonte Bischof Klaus Küng am Sonntag bei einer Pontifikalmesse zum Abschluss des Festjahres. Sein langes Bestehen und seine Lebendigkeit verdanke das Stift der Gegenwart Jesu Christi, an der das Kloster teilhabe: So sei Herzogenburg ein „Ort der Begegnung mit Jesus“ und auch ein „Ort der Jüngerschaft“, welche eine Folge der Begegnung mit dem Herrn sei.
Als „zukunftsweisend“ auch für die Diözese bezeichnete Bischof Küng das von Propst Fürnsinn umgesetzte Modell, dass alle Chorherren gemeinsam im Stift leben – auch wenn sie „draußen“ zahlreiche Pfarren betreuen. Einige Diözesanpriester leben bereits ebenfalls in der Klostergemeinschaft mit. Das Stift habe stets einen Anteil an der Seelsorge in der Diözese gehabt, so Küng: „In unserer Zeit braucht es solche Oasen des geistlichen Lebens, Quellen aus denen wir schöpfen können und Menschen mit brennendem Herzen.“

Propst Fürnsinn: positive Bilanz

Als „Rufzeichen für das Jubiläumsjahr“ bezeichnete Propst Maximilan Fürnsinn der feierlichen Abschlussgottesdienst mit Bischof Küng, der auch Ausdruck der Verbundenheit zwischen Stift und Diözese sei. Vor diesem Rufzeichen stehe ein „großes Danke“, so Fürnsinn, der eine positive Bilanz des Jubiläumsjahres ziehen konnte: 47.000 Besucher sahen die Ausstellung „Zeitzeuge der Ewigkeit“, 17.000 Gäste kamen zu den verschiedenen Veranstaltungen, wie Vorträge oder Konzerte, und 18.000 Kinder nahmen an den Niederösterreichischen Kindersommerspielen (NÖKISS) im Stift Herzogenburg teil.

Besucher des Stiftes suchten hier Heimat, sagte Fürnsinn zuvor in einem Gespräch mit „Kathpress“. „Das Erleben von Stabilität, Großzügigkeit und Festkultur – gerade in Zeiten von Krise und Abbruch – tut dem Glauben gut." Auch das Erleben der lebendigen Gemeinschaft der Chorherren trage dazu bei. Deren Mittagsgebet wurde während des Jubiläumsjahres durch Orgelmusik festlicher gestaltet als sonst, was auf positive Resonanz stieß: „Zwischen 20 und 70 Menschen, oft Besucher der Ausstellung, kamen zu diesem Moment täglich in die Stiftskirche“, freute sich der Herzogenburger Propst.

Für den Konvent selbst sei das Feierjahr eine „Zäsur“ vor zukunftsweisenden Entscheidungen gewesen. „Wir haben in den nächsten Jahren eine Neuorientierung vor uns, da sich die Struktur der vom Stift betreuten Pfarren ändern wird“, kündigte der Propst an. Zu überlegen sei, welche Ausstattung das Kloster künftig benötige, um weiterhin seine Funktion als geistliches und pastorales Zentrum zu bewahren. Ein weiterer Schwerpunkt steht allerdings 2014 bevor, wenn die Pfarre Herzogenburg ihr 1.000-jähriges Bestehen feiert.

Bild 1: Stiftsdechant H. Mauritius Lenz, Propst Maximilian Fürnsinn, Diözesanbischof Klaus Küng
Bild 2: Propst Maximilian Fürnsinn, Diözesanbischof Klaus Küng und der Konvent des Stiftes Herzogenburg