Heiliger Koloman: Feiern zum 1.000. Todestag

Der heilige Koloman ist der ehemalige Landespatron von Österreich und Patron von Stockerau sowie von Stadt und Stift Melk. Anlässlich des 1.000 Todestages Kolomans am 17. Juli finden in Niederösterreich einige Feierlichkeiten statt. So gedenkt das Benediktinerstift Melk seines Patrons an dessen Todestag mit einem besonderen Tagesprogramm. Im Kloster St. Koloman in Stockerau feiert am 17. Juli Abt Columban Luser vom Stift Göttweig einen Festgottesdienst. Im Stift Melk startet das Gedenken an den Patron am 17. Juli mit einer Messe am Altar des heiligen Koloman. Am Abend findet das Programm seine Fortsetzung um 19.30 Uhr mit der Eröffnung der Sonderausstellung "Here I am!" der Kunstwerkstatt Lebenshilfe Gmunden. Um 21 Uhr folgt eine Festvesper in der Stiftskirche mit anschließender Segnung der restaurierten Kolomanistatue im Kolomanihof des Stiftes. Das Festprogramm schließt mit einem Gospelkonzert mit "Wayfaring stranger" um 22.30 Uhr.

Von 8. bis 13. Oktober lädt das niederösterreichische Benediktinerstift dann zur "Pilgerwanderung Koloman" ein. Von 11. bis 14. Oktober findet das wissenschaftliche Symposium "Koloman 1012 - 2012" unter dem Motto "Unterwegs in Europa - Unterwegs für die Welt" im Stift Melk statt.

Im Kloster St. Koloman, das heuer seine Gründung vor 100 Jahren begeht, feiert der Göttweiger Abt Luster am 17. Juli um 18 Uhr eine Festmesse. Der Gottesdienst ist Teil des im Vorjahr gestarteten Festjahres zum Dreifachjubiläum "1.000 Jahre Heiliger Koloman - 1.000 Jahre Stockerau - 100 Jahre Kloster St. Koloman", denn auch die Stadtgemeinde Stockerau begeht heuer ihre 1.000-Jahr-Feier.

Im Rahmen des Festjahres wird vom 23. bis 26. August auch zu einer Pfarr-Reise nach Schwangau (Bayern) geladen. Den Abschluss des Feierjahres bildet am 13. Oktober ein "Fest des heiligen Kolomans". Im Zuge dessen feiert der Melker Abt Georg Wilfinger um 18.30 Uhr eine Festmesse in der Pfarrkirche Stockerau. Zur Aufführung kommt hier Mozarts Krönungsmesse.

Vom gehängten Märtyrer zum Landespatron

Der heilige Koloman war ein Ire, der im Jahr 1012 bei einer Wallfahrt ins Heilige Land von der Bevölkerung in Stockerau wegen seiner fremden Kleidung und der unbekannten Sprache als Spion angesehen und schließlich auf einem Holunderstrauch aufgehängt wurde. Rund um den Toten sollen sich zahlreiche Wunder ereignet haben.

Der Leichnam wurde zuerst in einer Kirche im Bereich des heutigen Klosters beigesetzt. Im Jahre 1014 ließ Markgraf Heinrich I. die Leiche nach Melk überführen. Dort wurde der Tote am 13. Oktober begraben - dieser Tag wird bis heute als "Kolomanitag" begangen. Bis zum Jahr 1663 war der heilige Koloman der Landespatron von Österreich, bevor er vom heiligen Leopold abgelöst wurde.

Um das Grab Kolomans in Melk errichteten die Babenberger auch eine Begräbnisstätte für sich. "Das Bestehen dieser Grabstätten ist wahrscheinlich auch ein Grund dafür gewesen, dass Leopold II. im Jahr 1089 aus der Burg Melk ein Benediktinerkloster machte", ist auf der Website des Stiftes Melk zu lesen.

(kathpress)

www.stiftmelk.at

Bild: Sarkophag des hl. Koloman in der Stiftskirche Melk (Foto: Stift Melk)