Gründonnerstag: Der Gegenwart Christi in der Eucharistie bewusst sein

Die Kirche glaubt, dass Christus wirklich, wahrhaft und wesenhaft mit Leib und Blut gegenwärtig wird, wenn der Priester bei der Wandlung die Worte Jesu wiederholt: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“ und „das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das vergossen wird zur Vergebung der Sünde“. „Die Frage ist, ob uns das wirklich bewusst ist“, sagte Bischof Klaus Küng in der Predigt der Abendmahlmesse am Gründonnerstag im Dom zu St. Pölten.
Predigt im Wortlaut
In jeder heiligen Messe werde gegenwärtig, was die Kirche in den drei heiligen Tagen der Karwoche und in der Osternacht feiert, zitierte Bischof Küng die Enzyklika über die Eucharistie des seligen Papstes Johannes Paul II.: das Abendmahl, in dem Jesus die Eucharistie eingesetzt und vorweggenommen hat, was am nächsten Tag geschieht; der Karfreitag, an dem Jesus das Kreuz auf sich nimmt und sein Leben zur Rettung der Welt hingibt. „Dieses sein großes Opfer wird in der hl. Messe in sakramentaler Weise erneuert, sodass wir an ihm Anteil erlangen können.“ Aber auch die Osternacht, die Auferstehung sei in der Eucharistie enthalten, denn „es ist der durch Leiden und Tod hindurchgegangene, auferstandene Herr, der durch die Feier der Eucharistie zu uns kommt“, so Küng.

Die andere rituelle Handlung, die Jesus am Vorabend seines Leidens an seinen Jüngern vollzogen hat, die Fußwaschung, deute auf die Taufe hin. Im Bußsakrament werde die in der Taufe empfangene Reinigung erneuert, sagte Küng. Es sei eine „wichtige Einsicht“, dass die Vereinigung mit Christus den Wunsch nach Umkehr und Vergebung voraussetze.

Predigt im Wortlaut

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