Der Bundespräsident zu Gast im Stift Herzogenburg

"Großen Bahnhof" gab es am Mittwoch im Stift Herzogenburg, wo Propst Maximilian Fürnsinn, Bürgermeister Franz Zwicker, Bezirkshauptmann Josef Kronister und der NÖ Landtagspräsident Hans Penz des östereichischen Bundespräsidenten begrüßen konnten. Heinz Fischer besichtigte mit Gattin Margit die neue Ausstellung "Zeitzeugen der Ewigkeit" und nahm am Chorgebet des Konvents teil. Im Augustinusal teilte der Bundespräsident vor dem Stiftskapitel und 160 Gästen "Gedanken zur Zeitgeschichte" und stellte sich einem offenen Gespräch.

Bundespräsident Fischer blickte in seinem Vortrag auf die Geschichte der Ersten und der Zweiten Republik und wies die oft propagierte Meinung zurück, dass der Mensch aus der Geschichte nichts gelernt habe. Fischer teilte dabei die 67-jährige Geschichte der Zweiten Republik in sieben Etappen: "Nachdem in der ersten Etappe sichtlich begeistert die Last des Krieges abgeworfen wurde und Zuversicht herrschte, ist heute nach 67 Jahren von der Begeisterung und vom Schwung kaum mehr etwas zu entdecken", bedauerte Fischer.

Der Bundespräsident eröffnete mit seinem Besuch in Herzogenburg die Zyklusreihe "Zu Gast im Stift", wo bis zum Ende des Jubiläumsjahres jeden ersten Mittwoch im Monat eine bekannte Persönlichkeit für ein Gespräch zur Verfügung stehen wird. Der Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst wird für Mittwoch, 4. Juni erwartet, ihm folgen im monatlichen Zyklus Markus Hengstschläer von der Medizinischen Universität Wien, der Präsident des Österreichischen Fußball-Bundes, Leo Windtner, der Unterenehme und Kunstsammler Karlheinz Essl und der Schauspieler Erwin Steinhauer.

Hans Kopitz / dsp

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